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16.09.2012 Bergen

Um 6.20 Uhr gingen zwei 35 Meter hohe Pfeilergiganten in die Knie

Riesenknall: Autobahnbrücke gesprengt


Zum 75. Jubiläum zerstört: Die von Hitlers Ingenieuren gebaute Autobahnbrücke über den Bergener Talgrund ist seit Sonntag Früh Geschichte. Mit fast 40 Kilogramm Sprengstoff wurde ab 6.16 Uhr das große Pfeilerpaar gesprengt.

Der generalstabsmäßig geplanten Sprengung waren umfangreiche Vorarbeiten vorausgegangen: Im Vorfeld hatte ein Statiker detaiilierte Berechnungen an den massiven Betonpfeilern durchgeführt. Um die massiven Stützen wie gewünscht zum Einsturz bringen zu können, wurden in die Pfeiler horizontale Sägeschnitte mit einer Tiefe von 20 Zentimetern eingebracht. Zusätzlich wurden seitlich Kernbohrungen ebenfalls mit 20 Zentimetern gemacht und vier Keile an den zwei Pfeilern herausgesprengt.

Wie Sprengmeister Eduard Reisch erklärte, wurden zum Abschluss rund 37,5 Kilogramm Sprengstoff auf 44 Bohrlöcher verteilt. Die Bohrungen, Markierungen und die Verteilung des Sprengstoffes hatte der Sprengmeister in den letzten Tagen zusammen mit einem zehnköpfigen Team bewerkstelligt.

 

Ein Hauptproblem der Sprengung war die vorbeiführende Bahnstrecke und die Vorschrift, dass nachts keine Sprengung durchgeführt werden darf. Im eng getakteten Zeitplan auf der stark befahrenen Bahnstrecke zwischen München und Salzburg blieb nur ein schmales Zeitfenster am Sonntag zwischen 6.15 und 7 Uhr. Zahlreiche Zuschauer hatten sich trotz der frühen Morgenstunde an der gut abgesicherten Sprengstelle eingefunden, um das mit einem ohrenbetäubenden Riesenknall startende Spektakel mitverfolgen zu können.

Autor: Axel Effner

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