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10.05.2012 Trausntein

240.000 Kilometer sind genug

Spendenaktion: Neues Fahrezug für Traunsteiner Rotkreuzler


BRK-Bereitschaft startet Spendenaktion für ein neues Rettungsfahrzeug – Kosten von 16 000 Euro

„Jaqueline“, wie ihn die Traunsteiner Rotkreuzler liebevoll nennen, ist inzwischen in die Jahre gekommen: Mehr als 240 000 Kilometer hat der alte Rettungswagen des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) seit seiner Anschaffung vor 15 Jahren die Helfer bei ihren unzähligen Einsätzen begleitet. Nun starten die ehrenamtlichen Bereitschaftsmitglieder eine große Spendenaktion, um sich ein neues Fahrzeug leisten zu können.

 

BRK-Bereitschaftsleiter Martin Steiger steht stirnrunzelnd neben „Jaqueline“. „Erst vor zwei Jahren haben wir alle Roststellen ausgebessert“, erinnert er sich, „aber jetzt sind sie wieder durchgekommen. Wir können uns seinen Unterhalt schlichtweg nicht mehr leisten.“ Auch sei das Arbeiten mit dem alten Wagen sehr schwierig, da es im Inneren nur sehr kleine Arbeitsflächen gebe. „Er ist einfach nicht mehr zeitgemäß.“ Seine Augen leuchten, als sein Blick zu dem zweiten Rettungstransportwagen (RTW) schweift, der neben „Jaqueline“ steht. „Dieser RTW wäre für uns ideal und wir hätten keine Probleme mehr.“ Sein Wunschobjekt, ein moderner RTW vom Typ „Bayern“, war bisher im regulären Rettungsdienst eingesetzt. Jetzt, da er die Marke von 200 000 Kilometer erreicht hat, wird er ausgesondert und könnte ab sofort in den Dienst der Traunsteiner BRK-Bereitschaft wechseln.




Kosten von 16 000 Euro

 

Die Kosten für diesen RTW schätzen Martin Steiger und sein Stellvertreter Florian Zeltsperger auf etwa 16 000 Euro. „Das müssen wir aus Spendengeldern finanzieren“, erläutern die beiden. „Aber wir sind hier sehr zuversichtlich, denn bei Jaqueline haben wir es auch geschafft, die Gelder zusammen zu bekommen.“ In den nächsten Wochen will die Traunsteiner BRK-Bereitschaft Gemeinden und größere Firmen um Unterstützung bitten. Auch von Seiten des BRK-Kreisverbandes gibt es bereits grünes Licht für einen Zuschuss.

Neben selbstgebastelten Spendendosen, die in mehreren Traunsteiner Geschäften aufgestellt sind, plant die Bereitschaft verschiedene Aktionen, um Geld zu sammeln. „Wir werden bei Veranstaltungen Kuchen verkaufen, einen Nikolaus-Dienst anbieten und bei Altpapier- und Altkleidersammlungen mitmachen.“

 

Dann dauert es vielleicht nicht mehr lange, bis „Jaqueline“ liebevoll verabschiedet wird und der „Neue“ seinen Dienst antritt. Meist wird er die Traunsteiner Rotkreuzler, die zu den ältesten BRK-Bereitschaften im Landkreis zählen, zu Sanitätsdiensten begleiten - „Unsere Grundarbeit“, wie es Martin Steiger ausdrückt. So stehen die Bereitschaftsmitglieder etwa beim Traunsteiner Georgiritt, bei Reitturnieren oder bei Biathlonveranstaltungen in Ruhpolding bereit, um im Notfall sofort helfen zu können. Aber auch im Katastrophenschutz spielt die Traunsteiner BRK-Bereitschaft eine wichtige Rolle. Als Schnelleinsatzgruppe (SEG) unterstützt sie den regulären Rettungsdienst bei großen Einsätzen. So eilten in diesem Jahr bei einem Großbrand in Empfing bei Traunstein zwei Fahrzeuge der Traunsteiner BRK-Bereitschaft mit acht Mitgliedern zum Unfallort und kümmerten sich fünf Stunden lang um eine Verpflegungsstelle für die Einsatzkräfte. Zudem behandelten sie Mitglieder der Feuerwehr, die eine Rauchgasvergiftung erlitten hatten.

Für Spenden stehen in einigen Traunsteiner Geschäften die gebastelten Dosen bereit, Überweisungen sind auf das Konto 40 22 16 57 bei der Sparkasse Traunstein-Trostberg möglich und für weitere Auskünfte steht Martin Steiger unter der Nummer 0160-80 14 085 zur Verfügung.

 

Der Bild zeigt den „Alten“ und den „Neuen“ nebeneinander: Der alte Rettungswagen (rechts) der Traunsteiner BRK-Bereitschaft soll demnächst durch ein modernes Fahrzeug (links) ersetzt werden. Dafür starten die Rotkreuzler eine Spendenaktion unter Federführung der Bereitschaftsleiter Martin Steiger (links) und Florian Zeltsperger.

Autor: brk
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