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22.07.2012 Schneizlreuth

UPDATE: Der Fahrer ist wieder da

Auto stürzte 50 Meter in die Weißbachschlucht


Großeinsatz: Ein Mitsubishi Colt ist 50 Meter in die Weißbachschlucht gestürzt. Anfangs fehlte vom Fahrer jede Spur. Inzwischen ist er wieder aufgetaucht.

Am Sonntag Vormittag musste ein Großaufgebot von über 100 Einsatzkräften nach einem vermissten Autofahrer suchen. Eine Spaziergängerin aus Inzell hatte um 9 Uhr auf Höhe des Gletschergartens einen schwer beschädigten Mitsubishi Colt entdeckt, der offenbar von der B305 rund 50 Meter über den Steilhang zum Weißbach abgestürzt war. Als die ersten Retter am Unfallort eintrafen, fehlte vom Fahrer jede Spur. Der darauffolgende Sucheinsatz wurde gegen 11.15 Uhr erfolglos abgebrochen.

 

UPDATE: Der vermisste Fahrer hat sich am Montag Vormittag, 23. Juli, bei der Polizei gemeldet und eine kuriose Geschichte erzählt. Er sagte aus, dass er bei dem Unfall nur minimal verletzt worden sei. Anschließend will er eine Bergtour unternommen haben und zu Fuß nach Salzburg gegangen sein. Von dort sei er erst am Montag Morgen mit dem Zug heim gefahren. Er wurde wegen unerlaubtem Entfernen vom Unfallort vernommen.

 

Nach Angaben der Reichenhaller Polizei war der Wagen am Sonntagfrüh auf der B305 von Inzell kommend in Richtung Weißbach unterwegs. Nach einer langgezogenen Linkskurve kam er dann nach rechts von der Fahrbahn ab und stürzte rund 50 Meter in Richtung Weißbach ab, wo er oberhalb des Wassers in einer Baumgruppe schwer beschädigt hängen blieb. Als die Spaziergängerin einen Notruf absetzte, schickte die Leitstelle Traunstein zunächst die Freiwilligen Feuerwehren Inzell, Weißbach und Bad Reichenhall und das Rote Kreuz mit einem Rettungswagen, dem Traunsteiner Rettungshubschrauber „Christoph 14“ und der Bergwacht Inzell zur Unfallstelle. Da vom Fahrer jede Spur fehlte und nicht ausgeschlossen werden konnte, dass er in den Weißbach gestürzt war, forderten die Einsatzkräfte die BRK-Wasserwachten Bad Reichenhall, Freilassing und Laufen und die Tauchergruppe der Feuerwehr Bad Reichenhall nach.

 

 

Suchtrupps der Bergwacht Inzell gingen die umliegenden Wanderwege ab und kontrollierten die Hänge. Die Besatzung des Polizeihubschraubers „Edelweiß 3“ unterstützte die Suchaktion aus der Luft. Mehrere Wasserretter-Gruppen durchkämmten zeitgleich den Weißbach vom Auslauf am Weinkaser über die Weißbachschlucht unterhalb des Mauthäusls bis hinauf zur Unfallstelle, konnten aber den Vermissten nicht finden. Aufgrund der vielen Regenfälle während der vergangenen Tage war der Einsatz bei starker Strömung und relativ hohem Wasserstand besonders aufwendig und nicht ungefährlich. Gegen 11.15 Uhr wurde die Suche dann erfolglos abgebrochen. Die Polizei geht aufgrund des kalten Motors davon aus, dass der Unfall bereits zur Nachtzeit passiert war, der Autofahrer sich selbst aus dem Fahrzeugwrack befreien konnte und sich dann entfernt hatte.

 

Das abgestürzte Auto wurde von der Feuerwehr mittels Seilwinde gesichert und geborgen und musste danach abgeschleppt werden. Beamte der Polizeiinspektion Bad Reichenhall nahmen den genauen Hergang auf und stellten den Unfallwagen sicher. Nach ihren Angaben entstand Totalschaden in Höhe von rund 2.500 Euro.
 

Autor: ml

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