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14.03.2012 Frauenchiemsee

Freundeskreis der Abtei Frauenwörth verabschiedete Ex-Vorsitzenden

Klosterfenster für Alois Glück


Über 17 Jahre lang leitete Alois Glück, Landtagspräsident a.D., den Freundeskreis der Abtei Frauenwörth. Mit dessen Hilfe konnte das Kloster, das 1994 in seiner Existenz bedroht war, gerettet und für die Zukunft neu ausgerichtet werden. Nach seinem Ausscheiden wurde Glück jetzt zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Siebzehn Jahre leitete Alois Glück den Freundeskreis der Abtei Frauenwörth. Im letzten Jahr folgte ihm die Landtagsabgeordnete Annemarie Biechl in dieses Amt nach. Für sein großes Maß an Engagement wurde der ehemalige Landtagspräsident und Vorsitzender des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) bei einem Festakt in der Aula der Abtei zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Zum Dank bekam er ein „echtes Glücks-Fenster“, wie Biechl scherzte. Denn nun gehöre ihm sozusagen ein kleines Stück des Klosters. Etwa 600 Fenster müssen aus Altersgründen oder wegen der schweren Unwetterschäden im vergangenen Jahr ausgetauscht werden. Wer sich einbringen möchte, muss aber nicht ein ganzes Fenster stiften.

 

Der Rosenheimer Landrat Josef Neiderhell, der wie zahlreiche Gäste zuvor dem Gottesdienst und der Predigt von Prälat Lorenz Kastenhofer sowie dem Chor unter der Leitung von Sebastian Weyerer gelauscht hatte, ließ sich von der Idee inspirieren. Rund 15.000 Euro habe er von der Kulturstiftung des Landkreises als Scheck dabei und, in Fenstern gerechnet, blieben für weitere Spender nun noch 589 übrig, so Neiderhell, der auch die Bedeutung eines Zweigs der Förderschule auf der Fraueninsel unterstrich.

 

Glücks langjähriger Wegbegleiter und Mitbegründer des Freundeskreises, Gerd vom Hövel, betonte in seiner Laudatio, wie einfühlsam, klug und weitsichtig Glück den Freundeskreis geführt habe. Er erinnerte daran, dass das Kloster 1994 vor existenzbedrohlichen finanziellen Schwierigkeiten gestanden habe. Lorenz Kollmannsberger, der damalige Priener Bürgermeister und „Kulturmotor der Region“ habe die Idee zur Gründung des Freundeskreises gehabt. Als einen der Gründe für die Probleme der Abtei nannte vom Hövel die Einstellung des Schulbetriebs nach 157 Jahren.

 

Doch der Verein habe „Hilfe zur Selbsthilfe“ geben wollen, sei mutig und ideenreich ans Werk gegangen, um auch die besondere Identität des Klosters zu bewahren. Wer zu den Musikwochen anreise, an den Frauenwörther Gesprächskreisen teilnehme, an Unternehmertagungen, Seminaren und zahlreichen Eigenveranstaltungen des Klosters, erlebe immer eine ganz einzigartige Atmosphäre. Glück sei immer ein geschickter Verhandler und erfahrener Stratege gewesen und habe einen ganz wesentlichen Anteil am Erfolg gehabt, so der ehemalige Münchener Messechef.

 

Auch Biechl sprach die nun gesicherte wirtschaftliche Existenz des Benediktinerinnen-Klosters an und überreichte an Glück ein Hinterglas-Bild der seligen Irmengard und an seine Frau Kathi einen Blumengruß. Der Geehrte sprach hingegen ganz bescheiden von einer „Mannschaftsleistung“ und betonte, wie sein Vorredner vom Hövel, das Engagement von Lorenz Kollmannsberger, der sich mit „integrierender Kraft“ eingebracht habe. Er machte jedoch auch klar, dass es nicht nur „um gute Ideen“ gegangen sei, denn davon gab es reichlich.

Hier dankte er insbesondere dem „Trostberger Kreis“, den federführenden Verantwortlichen der ehemaligen SKW Trostberg AG, jetzt Degussa AG, sowie der VIAG AG (jetzt E.ON), die nicht nur mit Geld, sondern auch mit Know-how das Kloster und den Freundeskreis unterstützt haben. Glück sprach die Turbulenzen von 1994 an und die zahlreichen Zäsuren, die die Abtei in ihrer wechselvollen Geschichte erlebt habe.

 

Immer mehr Menschen seien in der heutigen Zeit auf Sinn-Suche. Gerade deshalb sei das Kloster auf der Fraueninsel so wichtig, denn es sei offen und lade die Menschen ein, wieder neue Orientierung zu finden. „Solchen Orten wird in der Zukunft eine neue Bedeutung zukommen“, war sich Glück sicher. Den Festakt untermalten der Unterreitfelder Dreigesang und eine Harfenspielerin.

Autor: daa

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