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15.10.2012 Straubing

Das Landratsamt Straubing-Bogen muss 56 Asylbewerber unterbringen – aber wo?

"Wir sind in einer Notsituation"

Landratsamt Straubing
Foto: Casdorf
Mindestens 56 Asylbewerber muss das Landratsamt Straubing-Bogen unterbringen. Geeignete Immobilien stehen nicht zur Verfügung. Landrat Alfred Reisinger schlägt Alarm: "Wir sind in einer Notsituation!"

 

Die Zahl der Asylbewerber nimmt immer mehr zu. Jetzt hat die Regierung von Niederbayern angekündigt, dass weitere Landratsämter im Bezirk „in die Pflicht genommen“ werden sollen. Da die 16 staatlichen Asylbewerberheime bereits voll oder in Kürze ausgelastet sein werden,  müssten die Landratsämter „so schnell wie möglich und in eigener Verantwortung Unterkünfte finden und die Betreuung organisieren“. Das hat auch Folgen für das Landratsamt des Landkreises Straubing-Bogen. In Kürze werden 56 Asylbewerber eintreffen. Wo sie untergebracht werden, ist derzeit völlig unklar. Landrat Alfred Reisinger: „Wir sind in einer Notsituation.“
 
Derzeit leben rund 1500 Asylbewerber in Niederbayern. Obwohl in den staatlichen Gemeinschaftsunterkünften (im Landkreis Straubing-Bogen sind dies Obermotzing und Bogen mit insgesamt 65 Bewohnern) kein Platz mehr sei, so die Bezirksregierung in einer Presseerklärung, müsse Niederbayern weitere Asylbewerber aus den Erstaufnahmeeinrichtungen in München und Zirndorf aufnehmen. Allein im September kamen insgesamt 1362 Personen neu nach Bayern (pro Woche durchschnittlich 340), 131 von ihnen (pro Woche etwa 33) werden Niederbayern zugeteilt. 
 
Das Landratsamt Straubing-Bogen muss jetzt, basierend auf einem festen Schlüssel, 56 Menschen aufnehmen. Das Gros stammt wohl aus Syrien, Afghanistan, Serbien und Mazedonien. Bis Ende des Jahres, so interne Berechnungen im Landratsamt, könnte die Zahl der Asylbewerber für den Zuständigkeitsbereich sogar auf 95 steigen. Hauptproblem: Der Landkreis hat keine Immobilien, die sich für eine Unterbringung eignen.  
 
Deshalb sollen nun entsprechende Objekte angemietet werden. An welchem Standort ist derzeit offen. Wie Reisinger am Montag erklärte, habe man bereits an die Gemeinden im Landkreis Anfragen geschickt. „Bisher gab es keine Reaktion“, so Reisinger. Fakt ist, dass die Zeit drängt. Die Asylbewerber werden ab 29. Oktober nach und nach voraussichtlich in Gruppen von bis zu 15 Menschen ankommen. Sollte das Landratsamt in der Kürze der Zeit keine geeigneten Objekte finden, stehen auch die staatlichen Einrichtungen in Bogen und Obermotzing auf dem Prüfstand. Nach den neuen Kriterien sind die Einrichtungen ausgelastet, doch ist Reisinger der Meinung, dass dort „20 bis 30 zusätzliche Plätze“ geschaffen werden könnten. Diese Einschätzung will er auch der bayerischen Sozialministerin Christine Haderthauer in einem Schreiben mitteilen.
 
Vorrangig, so meldet das Landratsamt in einer Pressenotiz, sollen die Asylbewerber in größeren Wohneinheiten bzw. Gruppen untergebracht werden, da so die Betreuung besser organisiert werden könne. Gleichzeitig sei aber auch die Unterbringung in kleineren Wohneinheiten „nicht ausgeschlossen.“ Reisinger hofft auf die Unterstützung der Gemeinden und ist zuversichtlich, dass „wir Angebote bekommen.“ 
 
Diese können an das Landratsamt unter den Telefonnummern 09421/973235 bzw. 973240 oder per E-Mail an fuchs.stephanie@landkreis-straubing-bogen.de oder baumann.ludwig@landkreis-straubing-bogen.de gerichtet werden.
Autor: Dominic Casdorf

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