wahlen
12.09.2012 Straubing

Wellenreiten auf der Laaber

Surfer machen mobil: Bekommt Straubing die perfekte Welle?

Surfen Straubing
Foto: Casdorf
Lou Scheermann, Julian Wild und Henry Schmidt (Foto oben) sind begeisterte Surfer. Das Problem: In Straubing fehlt die Welle. Und genau das wollen die drei Freunde ändern.

 

Henry Schmidt, Lou Scheermann und Julian Wild sind begeisterte Surfer. Doch die drei Wellenreiter aus Straubing haben ein gewaltiges Problem: In ihrer Heimatstadt können sie ihrem Hobby nicht nachgehen. Dafür gibt es einen simplen Grund: die Wellen fehlen. Und genau das wollen die drei 19-jährigen Surfer-Boys jetzt ändern.
 
 
Die drei Azubis haben ein ambitioniertes Ziel. Straubing soll eine so genannte Surfwelle, ählich der Isarwelle in Plattling oder dem Eisbach in München (Foto), bekommen. Einige Wochen waren die Teenager bereits unterwegs, um eine interessante Location zu finden. Der entscheidende Tipp kam vor kurzem jedoch von Lou Scheermanns Mutter. An der Westtangente, unweit der Kagerser Brücke, hatte sie den Ort für die neue Straubinger Welle entdeckt: Parallel zur Donau fließt hier die Laaber. Gut 150 Meter von der Brücke entfernt fällt der Fluss etwas ab – hier soll die Welle entstehen. Die Breite des Flusses würde passen, zudem ist das Areal zentrumsnah und doch weit genug entfernt, um keinen Ärger ob des Lärms zu provozieren. Offenbar, so die drei Surfer, wäre eine Nutzung auch nicht durch Naturschutzbestimmungen eingeschränkt. „Von den Gegebenheiten ist das ideal“, sagt Henry Schmidt.  
 
Aber was müsste eigentlich  konkret passieren, um eine künstliche Welle in die Laaber zu zaubern? Zwei Dinge sind entscheidend: Erstens, der Flusslauf müsste durch zwei Einfassungen an den Uferseiten zu einem Trichter verengt werden, um den Wasserdruck zu erhöhen. Die Felsblöcke, die derzeit noch im Flusslauf liegen, müssten entfernt und an dieser Stelle ein Betonsockel schräg eingelassen werden. Dort wo schneller auf langsamer fließendes Wasser trifft, wäre dann die neue Straubinger Welle.   
„Das wäre eine absolute Attraktion für Straubing“, meint Julian Wild. Und würde Hobby-Surfer aus der gesamten ostbayerischen Region in die Gäubodenstadt locken: Aus dem Bayerischen Wald, dem Dingolfinger und auch dem Regensburger Raum würden Wellenreiter kommen, da sind sich die jungen Surfer sicher.
 
Surfer Straubing2
Bild(er) ansehen
 
Die drei Freunde wollen nun Nägel mit Köpfen machen. Im sozialen Netzwerk Facebook (Suchbegriff: Surfwelle Straubing) hier geht's zur Seite informieren sie bereits über das Projekt und die neuesten Entwicklungen. Am gestrigen Dienstag haben sie ihr Anliegen erstmals auch bei der Stadt Straubing vorgetragen. Genehmigungen müssen eingeholt,  anschließend die brisante Frage der Finanzierung geklärt werden. Erste Schätzungen gehen von Kosten in sechsstelliger Höhe aus. Beteiligt sich die Stadt an dem Projekt? Müssen private Sponsoren gefunden werden? 
 
Es ist noch ein weiter Weg und noch sind viele Fragen offen, doch das Ziel ist klar definiert. Henry Schmidt sagt: „Wir brauchen eine Welle.“  
Autor: Dominic Casdorf

Weitere Nachrichten aus dem selben Ort: