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29.09.2012 Ergoldsbach/Straubing

Zugmaschine in Tigers-Optik

Markus Seidels ganzer Stolz: Freie Fahrt für den Tigers-Truck

Tigers-Truck2
Foto: Casdorf
Markus Seidel ist eingefleischter Fan der Straubing Tigers – ab sofort ist der Fernfahrer mit einer Zugmaschine in Tigers-Optik in ganz Europa unterwegs.

 

Markus Seidel ist beruflich viel unterwegs. Kein Wunder, der 37-Jährige ist Fernfahrer, seine Touren führen ihn in alle Ecken Deutschlands und auch in das europäische Ausland. Ab sofort wird der gebürtige Aiterhofener auf den Autobahnen und Landstraßen der absolute Hingucker sein: Denn Markus Seidel fährt nicht einen gewöhnlichen Laster – Markus Seidel fährt den Tigers-Truck! 
 
Der 37-Jährige ist glühender Anhänger der Straubing Tigers und Mitglied im Fanclub „Blue  Front“. Gemeinsam mit Stiefsohn Felix (16) ist er regelmäßig im Stadion am Pulverturm bei den Spielen zu Gast. In der letzten Saison, als der Club erstmals die DEL-Play-offs erreichte und im Viertelfinale Wolfsburg ausschaltete, wurde in der riesigen Eishockey-Euphorie eine spektakuläre Idee geboren: Ein Lkw in Tigers-Optik sollte her – wenn die Ratushny-Jungs denn Meister werden. „Ich wollte unseren Tigers ein Denkmal setzen“, erzählt Markus Seidel. Er sprach bei seinem Arbeitgeber, dem Spediteur Robert Schmalhofer aus Ergoldsbach (Landkreis Landshut), vor. Und siehe da: Der Vorschlag kam auch beim Chef ziemlich gut an. 
 
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Und obwohl die Tigers im Play-off-Halbfinale letztlich am späteren deutschen Meister Eisbären Berlin scheiterten, wurde die Idee des Tigers-Trucks nicht verworfen. Im Gegenteil: Im Sommer wurde das Projekt konkret: „Als ich im Juli hörte, dass ich einen neuen Lkw bekomme, musste es schnell gehen“, so Markus Seidel. Kontakt mit dem bekannten Airbrush-Künstler Walter Rosner wurde aufgenommen, für die Spielerfotos als Motiv-Vorlage sowie die Verwendung des Vereinslogos das Einverständnis des Fotografen Harry Schindler und der Tigers-Verantwortlichen eingeholt. Parallel dazu begann die Suche nach Geldgebern, die sich an den Kosten beteiligen. Neben dem Fanclub „Blue Front“ fanden sich weitere Sponsoren, die das fahrende Airbrush-Kunstwerk mitfinanzieren wollten.
 
Ende August hatte man sich mit Walter Rosner auf einen Entwurf verständigt und die neu angeschaffte Reanault Magnum-Sattelzugmaschine verschwand in der Werkstatt des Airbrushers in Mitterteich bei Weiden – exakt 42 Tage lang.
Natürlich war Markus Seidel ab und an vor Ort, informierte sich über die künstlerischen Fortschritte am künftigen Tigers-Truck. Am Samstag nun war es endlich vollbracht: Die nagelneue Zugmaschine, mit Spielern, Actionszenen und vor allem viel Liebe zum Detail veredelt, verließ Mitterteich und trat seinen Weg nach Niederbayern an. Markus Seidel ist begeistert: „Das ist etwas ganz Besonderes. Ich bin stolz, damit fahren zu dürfen.“ 
 
Ab sofort ist der Tigers-Truck  also auf Deutschlands und Europas Straßen unterwegs. Und Markus Seidel? Der 37-Jährige, der die Zugmaschine größtenteils bewegen wird, ist jetzt so etwas wie ein fahrender Tigers-Missionar. „In Straubing sind die Tigers Religion“, sagt er mit glänzenden Augen, „und das soll auch jeder wissen.“ In  ganz Deutschland. Und ganz Europa.
Autor: Dominic Casdorf