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25.04.2012 Straubing

Keine vier Monate mehr

Jubiläumsvolksfest – kleine Aufreger und große Vorfreude


Zum „200-Jährigen“ soll im August in Straubing ein Fest der Superlative gefeiert werden. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren und die Straubinger haben viel ”Munition“ für hitzige Diskussionen.

Nach dem Volksfest ist vor dem Volksfest“ – mit diesen Worten brachte es Organisator Max Riedl auf den Punkt. Und so begannen praktisch unmittelbar, nachdem 2011 am Hagen die Lichter ausgingen, die Planungen für das große Jubiläumsfest 2012. Und dieser Geburtstag soll ein Fest der Superlative werden, nachdem das 100. Volksfest vor nicht allzu langer Zeit im Nebel der Jahrhunderte „übersehen“ wurde.

 

Viele Ideen fanden sich im Lauf der letzten Monate, und der große Geburtstag zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Straubinger Jahr. Schon bei der diesjährigen Ballsaison war die Hallendekoration ein eindeutiger Hinweis auf das bevorstehende Großereignis. Im Stadtarchiv wird fleißig an einer beeindruckenden Festschrift gearbeitet und viele Veranstaltungen, wie zum Beispiel die lange Einkaufsnacht „Schlaflos“ richten sich thematisch am Fest der Feste aus. Pünktlich wird auch eine Sonderbriefmarke erscheinen und so das Gäubodenfest in die Welt hinaustragen.

 

Darüber hinaus bietet das bevorstehende Großereignis den Straubingern schon seit Wochen und Monaten immer wieder feinsten Gesprächsstoff. Regelmäßig wabern erst Gerüchte den Stadtplatz auf und ab, die sich dann später entweder bewahrheiten oder in Luft auflösen. Ein angeblicher Festbeginn bereits am Donnerstag stellte sich schnell als Ente heraus, aber da hielt der Zelt-Vergabe-Krimi die Straubinger bereits in Atem. Nachdem das bisherige Beckzelt an Stahl/Röhrl vergeben wurde, erlebte die Ochsenbraterei dann doch noch ein Comeback als „historisches“ siebtes Zelt.

 

Überhaupt sorgte die Premiere des sogenannten „historischen Bereiches“ für einige Diskussionen. Das ging sogar soweit, dass Bürgermeisterin Maria Stelzl ihren Vorsitz des entsprechenden Arbeitskreises aufgab. Und auch die künftig fehlenden Parkplätze zwischen Theater am Hagen und Joseph- von-Fraunhofer-Halle, wo der neue Bereich angesiedelt sein wird, stoßen manchen Schaustellern und Bedienungen sauer auf.

 

Der nächste Aufreger: „Münchner Verhältnisse bei den Reservierungen“. Einige Festwirte haben sich entschieden, im Jubiläumsjahr Tischreservierungen mit einer Mindestabnahme von Bier- und Hendlmarken zu verknüpfen. Und wieder brodelt es in der Volksseele. Doch die Wirte berichten mittlerweile vom überwiegenden Verständnis für die Maßnahme, die sogenannte Blindreservierungen verhindern soll. Böse Zungen waren allerdings schnell mit dem Vorwurf der Gier bei der Hand. Schließlich ebbte aber die große Aufregung über dieses „Novum“ ebenso schnell wieder ab, wie die Entrüstung über das angeblich undurchsetzbare Rauchverbot in den Zelten zwei Jahre zuvor.

 

Auf einen ebensolchen Sturm im Wasserglas beziehungsweise Bierkrug, dessen Wogen sich schnell wieder glätten, hofften die Wirte sicher auch, als sie durch Wirtesprecher Martin Lechner vergangene Woche den diesjährigen Bierpreis verkünden ließen: 7,90 für die Maß. Auch in dieser Hinsicht wird das Jubiläum also ein Fest der Superlative. Negative Auswirkung auf die Besucherzahlen befürchtet allerdings niemand wirklich. Denn nach etwas Grummeln der bierseligen Volksfestfans, wird der Gerstensaft auch in diesem Jahr wieder in Strömen fließen und wahrscheinlich wird keine der fünf Brauereien nach dem Fest einen dramatischen Umsatzeinbruch verkünden müssen.


Keine vier Monate sind noch hin, bis die Besucher aus nah und fern wieder hinab zum Hagen pilgern können und der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer die Eröffnungsrede halten wird. Etwas Zeit also noch für Vorfreude und sicher auch noch den ein oder anderen kleinen Aufreger. 

Autor: ss

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