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30.05.2012 Straubing

"Wir machen weiter, bis wir die Tierfänger erwischen"

Jetzt reicht's: Bürgerwehr in Straubing will Katzenfänger stoppen

Katzen-neu-Straubing
Foto: Sussbauer
Im Straubinger Süden verschwinden immer mehr Katzen – Tierfreunde wollen nun die vermeintlichen Katzenfänger stoppen.

Helle Aufregung in Straubing-Süd: Besorgte Tierfreunde befürchten, dass professionelle Tierdiebe im Süden der Gäubodenstadt ihr Unwesen treiben. In den letzten Wochen sollen auffällig viele Katzen verschwunden sein. Viele Tierfreunde vermuten einen Zusammenhang mit einer derzeit stattfindenden Schuhe- und Altkleidersammlung, die die Tierfänger als Tarnung nutzen sollen und angeblich dazu dient, Lockmittel für die Vierbeiner auszubringen. „Es ist auffällig, dass überall, wo die roten Sammelkörbe aufgestellt werden, plötzlich Katzen verschwinden“, so ein besorgter Tierfreund.


Auf Facebook hat sich inzwischen Widerstand geregt. Es formierte sich sogar eine Art „Bürgerwehr“, die regelmäßig auf Patrouille geht um vermeintliche Tierdiebe in flagranti zu erwischen. Auch werden Listen von verschwundenen Katzen erstellt, um so gemeinsam bei der Polizei Anzeige erstatten zu können.

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Laut Stefan Hofmann, einem der besorgten Tierschützer, hat die Polizei mittlerweile auch Hilfsbereitschaft signalisiert. Dazu sollten sich aber alle Katzenbesitzer, deren Liebling in letzter Zeit verschwunden ist, melden, bittet Hofmann und hat dazu auch eine eigene E-Mail-Adresse eingerichtet: Unter vermisste.katzen@yahoo.de sollen sich alle betroffenen Katzenbesitzer melden. Um auch die Menschen zu erreichen, die kein Internet zuhause haben, will der 26-Jährige die Listen auch bei Straubinger Tierärzten auflegen. „Nur wenn sich die Leute auch wirklich melden, kann die Polizei etwas machen“, so der angehende Betriebswirt.


Von der Notwendigkeit ihrer nächtlichen Patrouillen sind Hofmann und seine Katzenfreunde überzeugt: „Wenn wir in einer Nacht stark unterwegs sind, passiert nichts. Kaum lassen wir nach, sind am nächsten Morgen wieder Katzen abgängig oder kommen total verstört oder sogar verletzt nach Hause.“ Wie zum Beispiel die kleine Luna (Bild). Das junge Glückskätzchen kam vergangene Woche schwer verletzt heim und verlor leider sogar ein Bein. Die Verletzungen deuten darauf hin, dass Luna Opfer einer sogenannten Fangschlinge wurde. „Aber ohne Beweise hilft uns das alles nichts“, so Hofmann, „deswegen machen wir weiter, bis nichts mehr passiert oder wir die Tierfänger erwischen und anzeigen können!“ 

Autor: Stefan Sussbauer

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