Viel Verwunderung gab es in den letzten Wochen um umgedrehte Bäume rund um Parkstetten. Wir sind dem Phänomen auf den Grund gegangen
Vielen sind in den vergangenen Wochen an dem ein oder anderen seltsamen Baum vorbeigefahren. „Da stimmt doch was nicht“, so der erste Gedanke. Richtig: Dass Bäume mit den Wurzeln nach oben wachsen, ist eher ungewöhnlich. Doch was hat es mit den „Kopfstandbäumen“ rund um Parkstetten auf sich? Wilde Spekulationen schossen ins Kraut: Aussichtsplattformen für Greifvögel. Das Werk wild gewordener Landschaftsarchitekten, oder sind die umgedrehten Bäume gar eine traditionelle Form von Vogelscheuchen?
Auch in der Wochenblatt-Redaktion herrschte erstmal Ratlosigkeit. In solchen Fällen und wenn andere Recherchemöglichkeiten zu nichts führen, hat es sich mittlerweile bewährt, die starke Wochenblatt-Facebook-Fangruppe um Hilfe zu bitten. Gesagt, getan – und siehe da: Nicht nur, dass der entscheidende Tipp kam, nein noch besser: Die Baumverdreher selbst haben sich in der Redaktion gemeldet.
Hinter den umgedrehten Bäumen stecken die Biobauern Lydia Hecht und Martin Wiethaler aus Kößnach. Sie haben auf ihren Feldern die Bäume installiert, um ein klares Zeichen zu setzen: Zurück zu den Wurzeln! Das große Interesse an ihrer Aktion freut die beiden. „Wir finden es gut, wenn wir die Leute zum Nachdenken anregen und sie sich Gedanken machen, woher ihre Lebensmittel kommen“, so Martin Wiethaler. Angesprochen auf die Theorie, die Bäume könnten Aussichtsplattformen für Greifvögel sein, lacht er: „So war es eigentlich nicht gedacht, aber wenn es denen dort gefällt, sind sie gerne eingeladen, es sich in den Wurzelkronen gemütlich zu machen.“
Für das „Naturkunstwerk“ wurden übrigens nicht extra Bäume gefällt. Die verwendeten Stämme wurden gefällt, weil sie einer Gasleitung im Wege standen und wurden den beiden Biobauern geschenkt. „Wir sind also keine Baummörder“, zwinkert Lydia Hecht.
Die Idee mit den symbolischen Bäumen ist einem anderen Gedanken entsprungen, die beide in Afrika hatten: Gemüse zum Selberernten. „Auch da steckt der Wunsch dahinter, dass die Menschen wieder erleben sollen, woher ihre Lebensmittel kommen.“ Diese Idee haben Martin Wiethaler und Lydia Hecht mit ihrem „Wurzelgarten“ bei Kößnach mittlerweile erfolgreich umgesetzt und die Bäume sind somit auch ein Stück weit Marketing.
Autor: ss
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