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28.02.2012 Straubing

"Enron" ist im März in Straubing zu sehen

Absurder Wirtschaftskrimi im Theater am Hagen


Ein absurder Wirtschaftskrimi ist im Theater am Hagen in Straubing zu sehen.

Eine Banken-Krise jagt die nächste, der Euro schwankt, Staaten stehen vor der Pleite und trotzdem streichen Banker enorm hohe Bonuszahlungen ein. Was für viele Normalsterbliche weit über die Grenzen ihres Verständnisses hinausgeht, hat die junge britische Autorin Lucy Prebble in einen packenden Wirtschaftskrimi verwandelt: "Enron" beschreibt Aufstieg und Fall des gleichnamigen texanischen Energiekonzerns und blickt tief in die Abgründe der Seelen von selbsternannten Wirtschaftsgöttern. Das Stück, das gleichzeitig Shakespearsches Königsdrama, Brechtsches Lehrtheater und große Broadway-Musical-Show ist, kann man nur einmal am  im Straubinger Theater am Hagen sehen.

 

Frühjahr 2001: der Börsenkurs von Enron steigt täglich. Die Analysten aller großen Banken geben ihren Kunden Kaufempfehlungen. Was kaum einer weiß: Enrons Bilanzen sind gefälscht, das Unternehmen operiert mit Fantasie-Zahlen und braucht immer wieder dringend Geld. Um diese Tatsache nach außen zu verschleiern, erfindet der Finanzchef dubiose Scheingeschäfte, die der Konzern mit sich selbst abschließt. Ende 2001 ist das Börsen-Märchen vorbei und Enron pleite. Die verantwortlichen Manager werden vor Gericht gestellt und verurteilt. Tausende Mitarbeiter verlieren ihren Jobs und Millionen Amerikaner ihre Betriebsrenten.

 

Regisseur Markus Bartl sieht besonders die Parallelen zu den Königsdramen Shakespeares in der Geschichte des Stückes: Menschen, die durch Erfolg hochmütig werden und deshalb fallen müssen. Der Balanceakt zwischen Drama und Komödie erzählt eine wahre Geschichte, die so absurd ist, dass man sie kaum glauben kann. Das Bühnen- und Kostümbild stammt von Philipp Kiefer, für die Choreographie zeichnet Björn Bugiel verantwortlich. Den skrupellosen Konzern-Chef Jeffrey Skilling spielt Tobias Ulrich, den Vorstandsvorsitzenden Kenneth Peter Drescher und David Tobias Schneider den umtriebiger Finanzchef Andy Fastow. In weiteren Rollen sind zu sehen Carla Melanie Spendel, Josepha Sophia Sem, Jochen Decker, Kristoffer Nowak, Reinhard Peer und Björn Bugiel.
Die Produktion ist in Straubing nur am 20. März um 19.30 Uhr zu sehen. Um 18.45 Uhr findet eine kostenlose Werkseinführung im Foyer des Theaters statt. Karten sind ab 6. März im Amt für Tourismus der Stadt Straubing (Tel. 09421/944 307) erhältlich. 

Autor: sw/dc

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