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31.08.2012 Schwandorf

Körperverletzung

Weil der „Ex" keine Ruhe gab, bekam er einen Kopfstoß


Wegen vorsätzlicher Körperverletzung verurteilte das Amtsgericht Schwandorf in der vergangenen Woche den Angeklagten Walter W. (alle Namen geändert) zu einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen à 30 Euro. Vorausgegangen war der Tat nach Schilderung des Angeklagten eine Belästigung seiner damaligen Partnerin Uschi M. durch einen ehemaligen Freund von ihr.

Hintergrund: Bevor Uschi M. eine Beziehung mit W. einging, war sie mit einem anderen Mann liiert. Im Oktober 2011 hatte sie mit diesem allerdings  ziemlich unvermittelt „Schluss gemacht“.

 

Aufgrund eines Stalking-Falls mussten die beiden ehemaligen Partner wenig später vor Gericht aussagen. Dort vereinbarten sie, sich wieder mal zum Essen zu treffen – „auf freundschaftlicher Basis“, wie der Angeklagte schilderte. Das Ziel des Ex-Freunds sei dabei gewesen, die Gründe für das plötzliche Ende der Beziehung zu erfragen.

 

Zunächst sei Uschi M. für dieses Treffen gewesen, später habe sie es nach Rücksprache mit ihrem neuem Freund aber abgesagt. Doch der „Ex“ habe nicht locker gelassen, so der Angeklagte. Begonnen hätte es am 22. März 2012 mit mehreren SMS, später seien auch Anrufe gefolgt. Diese hätten eindeutig gezeigt, „dass er wieder eine Beziehung wollte“. Allerdings sei dem früheren Freund dabei auch mehrmals deutlich klar gemacht worden, dass er das SMSen „bleiben lassen soll“.

 

Am 3. April spitzte sich die Lage dann zu: Bei einem neuerlichen Anruf hätte er wieder auf ein Treffen bestanden – und auch nachdem Uschi M. den Kontakt „vollständig einstellte“, gab er keine Ruhe. Daraufhin habe der Angeklagte zunächst telefonisch mit ihm gesprochen und ihm mitgeteilt, dass sie „glücklich in einer Beziehung“ seien und er sie in Ruhe lassen solle. Daraufhin sei ihm vom „Ex“ nur entgegnet worden, er solle sich da raushalten. Die Reaktion von Walter W.: Er drohte mit „Ärger“.

 

Als zehn Minuten später erneut eine SMS kam, fuhr W. mit dem Auto in Richtung der Arbeitsstelle des Nebenbuhlers. Dort entwickelte sich dann eine Auseinandersetzung bis hin zu Tätlichkeiten. W. packte seinen „Vorgänger“ im Schulterbereich und am Kragen und verpasste ihm einen „Kopfstoß“. Das Opfer musste deshalb ins Krankenhaus, ein ärztliches Attest bescheinigte auch Verletzungen.

 

Dafür musste sich der Angeklagte, der ursprünglich wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt war und sich geständig zeigte, letzten Endes auch verantworten. Allerdings wurde aus gefährlicher Körperverletzung vorsätzliche, da der Kopfstoß deutlich harmloser gewesen sei als ursprünglich angenommen. Denn auch das Opfer schilderte diesen weniger schlimm.

 

Der Staatsanwalt machte dann in seinem Plädoyer deutlich, dass es nicht gehe, vom „Faustrecht“ Gebrauch zu machen. Und der Richter wertete es zudem als negativ, dass er das Opfer auf der Arbeitsstelle aufsuchte und ihm damit kaum Möglichkeiten zur Flucht ließ. Allerdings sagte der Richter auch mit Blick auf das Opfer: „No heißt No!“

 

Am Ende wurde W. zu einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen à 30 Euro verurteilt. Ferner einigten sich Nebenklägervertreter und Verteidiger darauf, dass Walter W. 750 Euro Schmerzensgeld an sein Opfer bezahlt. Der Nebenklägervertreter hatte zunächst 1.500 Euro ins Gespräch gebracht.

Autor: Johannes Hartl

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