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11.12.2012 Kenia/Wiefelsdorf

Entwicklungshilfe in Kenia

Stein um Stein wächst ein Projekt der Hoffnung


Foto: pm
Mit Spenden aus Schwandorf und Regensburg trägt Hans Schuierer aus Wiefelsdorf bei Schwandorf wesentlich dazu bei, dass ein dringend notwendiger Krankenhausbau in Kenia realisiert werden kann. Es ist eine Geschichte voller Hoffnung.

 

Es war eine ungewönliche Stille, die zunächst vermuten ließ, dass das dringend benötigte Krankenhaus von Mutunguru immer noch in einem nun schon zehnjährigen Baustopp stecken könnte. Aber der Wiefelsdorfer Hans Schuierer und seine Tochter täuschten sich:
 
Mitten im kenianischen Busch herrschte nämlich geschäftige Betriebsamkeit auf der Klinikbaustelle – nur haben die Arbeiter hier keine lauten Maschinen zur Verfügung. „Als wir die Baustelle betraten“, erinnert sich Schuierer, „kamen wir uns wie in einem stillen, aber dafür umso emsigeren Ameisenhaufen vor.“
 
Vier Jahre ist es nun schon her, dass die Schuierers aus Wiefelsdorf den grausamen Steinigungstod ihres kenianischen Priester-Freundes Michael Ithondeka betrauern mussten. Der engagierte Geistliche war bei kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen kenianischen Stämmen umgebracht worden. Seither besuchen Hans Schuierer und seine Familie regelmäßig das Land und führen die Aktivitäten Michaels mit viel Engagement weiter (das Wochenblatt berichtete bereits mehrmals über diesen Einsatz). 
 
„Inzwischen haben wir ein großes Netzwerk unter anderem mit Pater Anselm, einem Freund Michaels, und Pfarrer William aufgebaut“, so Schuierer, der vor allem auch kenianische Patenkinder unterstützt. Die neuerliche Reise nach Kenia in diesem Spätherbst brachte für die Wiefelsdorfer eine positive Überraschung:
 
Ein dringend benötigter Krankenhausbau in Mutunguru, der für beinahe zehn Jahre wegen Geldmangels im Rohzustand verfiel, ist jetzt fast fertig. Hans Schuierer erzählt mit Tränen in den Augen von den vielen Arbeitern, die zwölf Stunden am Tag mit einfachsten Mitteln an dem Bau arbeiten, „nachts auf selbstgezimmerten Brettern in der Baustelle schlafen“, so der Wiefelsdorfer.
 
„Wir können wahrscheinlich noch dieses Jahr die ersten Patienten behandeln“, freut sich Pfarrer William vor Ort. Und das ist dringend nötig. Aufgrund der schlechten Straßenverhältnisse erreichen vor allem schwangere Frauen und kranke Kinder aus der Landbevölkerung die Kliniken in den Städten oft nicht rechtzeitig.
 
„Wir wollen mit unseren Spenden die Babystation in Mutunguru finanzieren“, erklärt deshalb Hans Schuierer. Dabei bleibt er dem folgenden Prinzip treu: „Wir geben immer erst Gelder, wenn wir sehen, dass etwas entstanden ist. Somit stellen wir sicher, dass unsere Spenden auch wirklich bei den Menschen ankommen.“
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Seit Jahren verschenkt er gegen Spenden Lesezeichen mit dem Blatt eines Dornbusches. Der tiefgläubige Wiefelsdorfer und seine Frau hatten von einer Reise zum Katharinenkoster auf der Sinai-Halbinsel ein kleines Stück Ast des „Brennenden Dornbusches“ nach Schwandorf mitgebracht und eingepflanzt. Dass aus dem winzigen Holzstück ein beachtlicher Busch wuchs, sah das Ehepaar als eindeutiges Signal.
 
Seither kommen die Dornbusch-Spendengelder vor allem Kindern in Kenia und Indien zugute. „Bildung ist die beste Entwicklungshilfe“, ist Schuierer, der ständig auch neue deutsche Paten sucht, überzeugt.
 
Und eine medizinische Versorgung ist natürlich ebenso essentiell. Von Krankenhäusern und Ärzten aus dem Raum Schwandorf und Regensburg haben die Schuierers diesmal Instrumente und medizinisches Gerät mit nach Mutunguru gebracht. „Vor allem auch Verbandsmaterial wird immer gebraucht“, betonen sie.
 
Die Arbeit der Schuierers in Kenia kann man aber auch einfach durch eine Geldspende unterstützen (Raiffeisenbank Schwandorf, Kto. 201803301, BLZ 75061168, Stichwort  Dornbusch Pfr. Michael, Patenkinder  oder Krankenhaus). Als Dank gibt es eines der Dornbusch-Lesezeichen, jedes ein handgefertigtes Einzelstück, das sich auch wunderbar als Advents- oder Weihnachtsgeschenk eignet.
 
Erhältlich sind die Zeichen unter Tel. 09431/ 61305 oder im Passionistenkloster auf dem Miesberg in Schwarzenfeld. Hans Schuierer hält gegen Spenden auch gerne kostenlose Vorträge über seine beeindruckenden Kenia-Reisen. 
Mehr Informstionen gibt es im Internet unter www.der-brennende-dornbusch.de.
Autor: Rebecca Sollfrank

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