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10.07.2012 Schwandorf

Keine Entwarnung in Schwandorf:

"Kroko im Loch Klausensee" hält weiter die Behörden in Atem


Ein Krokodil im Badeweiher – diese Meldung gibt es fast jedes Jahr im Sommer. Meist erweist sich das vermeintliche Reptil als Marder, Biber oder großer Fisch. Der Sommer 2012 beschert der Stadt Schwandorf solch ein Krokodil. Und: Das Polizeipräsidium geht davon aus, dass es das Krokodil auch tatsächlich wirklich gibt!

Bereits am 1. Juli, so sagt eine 44-Jährige, sei ihr das Krokodil beim Schwimmen begegnet, eine Kratzwunde habe sie damals davongetragen. Am 7. Juli dann ist das Krokodil am mittleren Klausensee erneut aufgetaucht. Spaziergänger wollen es gegen 20 Uhr im Uferbereich gesehen haben. Was nun folgte, waren Suchaktionen, Polizeitaucher aus Nürnberg waren vor Ort, um das Tier zu suchen – vergeblich. Unser Klausensee-Kroko bleibt abgetaucht.

 

Wie das Tier allerdings in den See gekommen sein soll, ist völlig unklar, den sein natürlicher Lebensraum ist der Klausensee nicht gerade. Michael Rebele vom Polizeipräsidium Oberpfalz geht davon aus, dass das Tier vielleicht seinem bisherigen Besitzer zu groß geworden ist und es deshalb ausgesetzt wurde. Und: Der Besitzer dürfte wohl aus der Region sein, denn "es packt ja keiner sein Krokodil in den Kofferraum und fährt es von Hannover nach Schwandorf – und zu Fuß vom Nil ist es sicher auch nicht gekommen". Und da dürfte Michael Rebele recht haben.

 

Es klingt alles ziemlich lustig, doch Polizei und Stadt nehmen die Sache sehr ernst. Die Stadt Schwandorf hat bereits eine Verordnung erlassen, die das Schwimmen im mittleren Klausensee und das Betreten der Uferbereiche untersagt. Diese Verordnung gelte bis auf Weiteres, so der Pressesprecher der Stadt, Lothar Mulzer, der am Dienstag fast nichts anderes tat, als Presseanfragen zum Krokodil zu beantworten. Wann die Suche fortgesetzt wird, steht noch nicht fest. Experten meinten, eine Suche bei Nacht sei sinnvoller als tagsüber, so Mulzer auf Wochenblatt-Anfrage. Sollte es gefunden werden, so wurde bereits die Hilfe des Reptilienzoos aus Regensburg zugesagt. Feuerwehr, THW, Wasserwacht und BRK seien auch bereits entsprechend mit Stangen, Fangnetzen und Transportboxen ausgerüstet.

 

Die Kripo ist nun daran interessiert, wo im Raum Schwandorf ein Krokodil abhanden gekommen sein könnte. Krokodilbesitzer sollen sich beim Präsidium melden, da sie vielleicht auch wertvolle Hinweise auf das Verhalten der Tiere geben können. Wir dürfen gespannt sein, wie die Geschichte von "Kroko im Loch Klausensee" weitergeht!

Autor: Ursula Hildebrand

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