Wen wählt Wackersdorf zum Bürgermeister?
Günther Pronath (SPD) stellt sich vor

Günther Pronath wurde 1955 in Amberg geboren, seit 1977 ist er mit der Wackersorferin Viktoria Pronath, geb. Zenger, verheiratet. Das Paar hat fünf Kinder. Nach dem Abitur studierte Pronath an der Beamtenfachhochschule und schloss als Diplom-Verwaltungswirt (FH) ab. Seit 1979 ist er Beamter des Landkreises, seit 1989 zeigt er für die "technikunterstützte Informationsverarbeitung" sowie unter anderem für die EDV-Ausstattung der 21 kreiseigenen Schulen verantwortlich. Seit 1990 ist Pronath Mitglied der SPD, derzeit ist er stellvertretender Vorsitzender des Ortsvereines. Seit 2008 sitzt er im Gemeinderat, seit Mitte 2010 ist er Fraktionssprecher der SPD. Er ist Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses und Mitglied im Schulverband sowie im Zweckverband Interkommunales Geewerbegebiet.
Warum wollen Sie Bürgermeister in Wackersdorf werden?
In Wackersdorf Bürgermeister zu sein, ist für mich reizvoll, weil ich die großen Chancen und Möglichkeiten sehe, die noch genutzt bzw. zum Teil noch verbessert werden könnten: Chancen für eine vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit im Gemeinderat, für eine effektive, bürgernahe Arbeit in der Verwaltung und für offene Gespräche mit Vereinen, Firmen und den Bürgerinnen und Bürgern. Und natürlich Möglichkeiten, unvoreingenommen die dringenden Angelegenheiten anzupacken und gemeinsam zukunftsweisende Projekte transparent zu planen und zu verwirklichen. Ich denke, dass ich auch die nötigen fachlichen Voraussetzungen und Erfahrung in vielen relevanten Bereichen besitze und möchte diese zum Wohle von Wackersdorf einsetzen. Letztendlich ist jeder Anreiz zugleich auch eine Herausforderung und eine Verpflichtung. Beides will ich uneigennützig und verantwortungsvoll übernehmen.
Wie würden Sie die momentane Situation Wackersdorfs beschreiben?
Wackersdorf und seine Ortsteile haben sich sehr positiv entwickelt. Einer der Auslöser war sicherlich die Ansiedelung von Industrie- und Gewerbebetrieben nach dem Aus der WAA sowie die dadurch entstandenen Arbeitsplätze. Gerade hier müssen wir deshalb sehr genau darauf achten, dass optimale Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit Wackersdorf weiterhin ein attraktiver Wirtschafts- und Arbeitsplatzstandort bleibt. Es sind sehr gute und vielfältige soziale Einrichtungen vorhanden – angefangen von den Kindergärten, Kindergrippe und Schule bis hin zu einem Seniorenheim. Hinzu kommen moderne Einrichtungen für Sport Freizeit und Erholung (Sporthalle, Freibad), die nicht nur von den Bürgerinnen und Bürgern von Wackersdorf genutzt werden. Gleiches gilt für den Bereich Tourismus, wo inzwischen viele Vorzeigeobjekte entstanden sind, die überregionale Anziehungskraft haben. Es sind auch ausreichend Baugebiete in unterschiedlichsten Lagen und in verschiedenen Ortsteilen vorhanden.
Das Liebenswerte an der Gemeinde Wackersdorf sind jedoch nicht nur die vielen Einrichtungen, die idyllischen Seen und Wanderwege, sondern wichtig ist vor allem das Miteinander in einer Gemeinde. Hier leisten viele Vereine, Organisationen und verantwortliche Personen hervorragende Arbeit. Beispiel dafür ist die erfolgreiche Jugendarbeit bei Sport- Musik- und Trachtenvereinen, bei den Feuerwehren sowie vielen weiteren Vereinen. Brauchtum, Kunst und Kultur haben ebenso einen großen Stellenwert. All dies erfordert ein hohes Maß an Zusammenarbeit, Absprache und Koordination. Hier muss vor allem vertrauensvoll und fair miteinander umgegangen werden und gleiches Recht für alle gelten.
Trotz allem Erreichten gibt es in Wackersdorf auch noch vieles zu tun. Zum einen sind es dringende und zwingende Maßnahmen zum Beispiel im Bereich Straßensanierung, Hochwasserschutz usw.. Zum anderen Projekte, die nach zahlreichen Planungen, Gutachten und Erhebungen immer noch zur grundsätzlichen Entscheidung anstehen (Nutzung alte Schulgebäude, Verkehrsberuhigung, Ortskernsanierung, Bürgerhalle). Hinzu kommen so genannte „Altlasten“ wie zum Beispiel das Thema Nordumgehung von Wackersdorf oder Ausbau der Industriestraße.
Wie sieht speziell die finanzielle Situation aus?
Wackersdorf geht es derzeit finanziell sehr gut. Wir haben keine Schulden, hohe Rücklagen und noch sprudeln zum Beispiel die Gewerbesteuereinnahmen. Wir müssen jedoch drauf achten, dass wir nicht zu abhängig von bestimmten Einnahmequellen werden, und sollten uns weitere „Standbeine“ suchen. Dies kann beispielsweise erreicht werden durch Ausbau des Tourismus oder durch forcierte Ansiedelung von Betrieben, die nicht direkt von der Automobilindustrie abhängig sind. Was die Ausgaben betrifft, so wird es hier die Kunst sein, das Notwendige von Wünschenswertem zu unterscheiden. Es gilt, die Wirtschaftlichkeit und die Folgekosten noch genauer zu betrachten und die verbleibenden Maßnahmen in einem Gesamtkonzept aufeinander abzustimmen.
Wo sehen Sie den größten Handlungsbedarf? Welches Projekt würden Sie als erstes angreifen?
Den größten Bedarf sehe ich im Bereich der inner- und außerörtlichen Verkehrsführung und bei der Sanierung von Straßen. Vorrangig für mich wären Maßnahmen zur Verminderung der Lärmbelästigung bei Durchgangs- und Umgehungsstraßen (auch in den Ortsteilen zum Beispiel Heselbach und Rauberweiherhaus), zur Schaffung weitere Parkplätze in Wackersdorf und für verbesserte Zufahrtsmöglichkeiten zum Industriegebiet und den Seen. Diese Maßnahmen haben hohe Priorität, müssen und können auch bei maß- und sachgerechter Planung finanziert und umgesetzt werden.
Was fällt Ihnen zu folgenden Stichworten ein?
Schule: Wir können uns sehen lassen mit unserer modernen Schule. Der geplante Mittelschulverbund mit Schwandorf macht Sinn und es bring für alle Beteiligten Vorteile. Die kürzlich von der Regierung in Aussicht gestellte Wirtschaftsschule trägt ebenso mit dazu bei, die Attraktivität der Hauptschulausbildung bis hin zur Mittleren Reife zu erhöhen.
Straßenverkehr: Ein sehr dringliches Problem, das unbedingt angepackt werden muss.
Industrie: Wackersdorf ist einer der wichtigsten Industriestandorte im Landkreis und wir müssen alles daran setzen, dass dies auch so bleibt
Tourismus: Wir haben rund um Wackersdorf eine wunderschöne Landschaft, v. a. unsere Seen werden immer interessanter für auswärtige Besucherinnen und Besucher. Wir müssen darauf achten, dass der Tourismus in geordnete Bahnen gelenkt und nur so weit ausgebaut wird, dass die Schönheit unsere Heimat erhalten bleibt.
Thema Wahlkampf … da reicht es ja heute nicht mehr, "nur" Plakate zu kleben und Wahlveranstaltungen abzuhalten. Welche Aktivitäten haben Sie hier gestartet?
Als EDV-Leiter des Landratsamtes bin ich mit der Materie vertraut und habe die Gelegenheit genutzt, sowohl in Facebook als auch bei Twitter über meine Aktivitäten und aktuellen Vorhaben zu berichten. Dabei stoße ich auf großes Interesse und gute Resonanz, was auch die vielen "Freunde" und "Followers" innerhalb kürzester Zeit zeigen. Abgerundet wird das Ganze durch Berichterstattung auf meiner Homepage www.guenther-pronath.de und zugleich auch auf den Seiten des SPD-Ortsvereins und den Jusos Wackersdorf. Gerade letztere unterstützen mich bei dieser Medienarbeit sehr gut.
Sie haben jeweils einen Satz über Ihre beiden Gegenkandidaten … was würden Sie sagen?
Ich arbeite mit meinen beiden Mitbewerbern im Gemeinderat konstruktiv zusammen. Sie führen einen fairen Wahlkampf ohne persönliche Angriffe.
Welche Chancen rechnen Sie sich für den 27. März aus?
Bei drei Kandidaten ist es sehr wahrscheinlich, dass es zu einer Stichwahl kommt. Ich gehe davon aus, dass sich dann die Bürgerinnen und Bürger in einem zweiten Wahlgang zwischen mir und einem meiner Mitbewerber entscheiden müssen.
Was würden Sie als erstes tun, wenn Sie am ersten Tag als Bürgermeister ins Rathaus kommen?
Am ersten Tag würde ich mich bei einem Glas Sekt und einer Brotzeit mit den Bediensteten der Gemeinde zusammensetzen und das weitere Vorgehen besprechen.
Wenn es nicht klappt, was machen Sie dann am 28. März?
Zunächst einmal: ich gehe davon aus, dass es klappt. Und falls es wider Erwarten doch nicht reichen sollte: ich hab einen Beruf, der mich gut ernährt und ausfüllt und ich hab eine Familie, die mir Freude und Kraft gibt. Ich würde einfach weiterhin meinen Job im Beruf und im Gemeinderat erledigen. Meinem Motto "Mit Herz und Sachverstand für Wackersdorf" werde ich nach wie vor treu bleiben.
Vielen Dank für das Gespräch!
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