14.05.2017 Schwandorf

Zur Sicherheit den Ernstfall geübt

Großeinsatz im Barbara-Krankenhaus – zum Glück war das nur eine Übung!

Eine Puppe diente zur Rettung eines Intensivpatienten.
Foto: Caroline Kappes
Fünf Feuerwehren der Stadt Schwandorf sowie das Bayerische Rote Kreuz und die Johanniter probten die realitätsnahe Evakuierung des Krankenhauses St. Barbara Schwandorf mit einem Großaufgebot.

Wenn in der Einsatzzentrale der Feuerwehr der Notruf aus einem Krankenhaus ankommt, schrillen die Alarmglocken besonders laut. Die Brandschutzexperten wissen, dass auf sie nun ein hochkomplexer Einsatz wartet. Je nach Szenario müssen Mitarbeiter und Patienten evakuiert werden, viele davon können das Krankenhaus nicht selbst verlassen: Neugeborene, Infarktpatienten auf der Intensivstation, frisch operierte Menschen, Patienten, die geistig verwirrt sind oder die an medizinischen Geräten hängen. Die Vertreter von Feuerwehr und Rettungsdiensten wissen aber auch, dass die Evakuierung eines Krankenhauses lebensnotwendig ist und gelernt sein will. Dieser Herausforderung haben sich am Samstag rund 100 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Bayerischem Roten Kreuz (BRK) und den Johannitern bei einer realitätsnahen Evakuierungsübung am Krankenhaus St. Barbara Schwandorf gestellt.

 

Krankenhaus-Geschäftsführer Dr. Martin Baumann und Brandschutzbeauftragter Günter Edenhart sowie Feuerwehr-Einsatzleiter Thassilo Dimpfl (Zugführer der Feuerwehr Schwandorf) und BRK-Einsatzleiter Matthias Eichinger waren sich am Samstagmorgen, 13. Mai, mit Blick auf das Geschehen einig: Zur Sicherheit von Patienten und Mitarbeitern ist es extrem wichtig, sich auf einen möglichen Ernstfall nicht nur in der Theorie vorzubereiten. Dabei soll auch die Schnittstelle zwischen dem Krankenhauseinsatz- und Alarmplan sowie externen Rettungskräften getestet werden. Zum Beispiel geht es um die Frage, ob das Krankenhaus bereits völlig evakuiert wurde oder wie viele Patienten sich noch im Haus befinden. Das gemeinsame Credo lautete deshalb "Wir üben den Ernstfall zu Ihrer Sicherheit!". Für alle drei handelt es sich bei dieser Großübung um aktives Risikomanagement – und eine überaus notwendige Sache.

 

Diese Zahlen verbunden mit dem Bewusstsein um die besondere Schwierigkeit, die ein Brandeinsatz in einem Krankenhaus hervorruft, führen bei Dr. Baumann, Edenhart und Dimpfl zu einer erhöhten Sensibilität. "Den Ernstfall realitätsnah üben", erklärt der Geschäftsführer, "ist für Feuerwehr und Rettungsdienste nicht immer einfach". Wer möchte schon verängstigte Patienten, unterbrochene medizinische Behandlungen und im schlimmsten Fall noch durch Löschwasser beschädigte Räumlichkeiten?

 

Wie gut, dass am Krankenhaus St. Barbara Schwandorf im Zuge der aktuellen Neubauplanung ohnehin ein kompletter Gebäudeteil im Mai weichen muss. Dort, wo heute noch das Haus 6 steht, werden sich in wenigen Tagen die eisernen Zähne der Bagger in das Mauerwerk schlagen und alle Spuren einer Rettungsübung, die sich so nah wie möglich an der Realität orientierte, verwischen. Ob Anleitern und Retten über die Drehleiter, das Aufbrechen von Türen oder der Einsatz von Löschwasser und –schaum: Die Vertreter der Feuerwehren, des Bayerischen Roten Kreuzes und der Johanniter im Landkreis Schwandorf konnten sich und ihre Gerätschaften rund drei Stunden lang intensiv erproben. Und vor diesem inszenierten Ernstfall mussten sich auch weder Patienten noch Mitarbeiter fürchten: Sie wurden mittels Frühstückspost, Plakaten und Durchsagen darauf vorbereitet, dass an diesem Samstag eine ganz besonderer Einsatz zu ihrer persönlichen Sicherheit auf dem Rettungsplan stand.

Autor: pm / uh

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