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10.03.2012 Schwandorf

Aktion am Marktplatz

Fukushima-Mahnwache: "Energiewende stockt!"

Fukushima Mahnwache
Foto: pm
Mit einer Mahnwache am Marktplatz hat die Schwandorfer ÖDP am Samstag des Jahrestags der Reaktorkatastrophe in Fukushima gedacht.

Nach einer Schweigeminute hielt Stadtrat Alfred Damm eine kurze Ansprache. Das Unglück habe gezeigt, dass der Mensch gegen Naturkatastrophen machtlos und die Atomkraft nicht beherrschbar sei. "Es kann jederzeit wieder zu Atomunfällen kommen, sei es durch menschliches Versagen, durch Naturkatastrophen oder durch Terroranschläge!", so Damm.

 

Deshalb sei die Kehrtwende der Bundesregierung bei der Atomkraft richtig gewesen. "Aber die meisten AKW die heute noch am Netz sind, wären heute nicht mehr genehmigungsfähig und stellen ein erheblichen Risiko für die Bevölkerung dar", gab Damm zu bedenken.

 

Deshalb sei das geplante Abschalten der letzten AKW im Jahr 2022 viel zu spät. Der Ausstieg wäre laut Umweltbundesamt bis 2017 machbar. Doch dazu müssten die erneuerbaren Energien, vor allem Wind und Solarenergi,e massiv ausgebaut und der Ausbau von Stromspeicher vorangetrieben werden.

 

"Hier vermisse ich ein klares Konzept der Bundesregierung", und zitierte ein Zeitungsinterview mit dem ehemaligen Bundesumweltminister Klaus Töpfer: “Wir sind an wichtigen Punkten nicht zügig genug vorangekommen. Das zweite Jahr der Energiewende muss besser genutzt werden als das erste.”

 

Vor dem Hintergrund der Kürzung der Solarförderung äußerte Alfred Damm den Verdacht, dass sich die schwarz-gelbe Bundesregierung still und leise vom Atomausstieg und vom Umstieg auf die erneuerbaren Energie wieder verabschiede.

 

"Dies, so befürchte ich, ist der wahre Grund dafür warum in Deutschland die Energiewende stockt und mit der völlig überzogenen Änderung des EEG der Photovoltaik und dem Ausbau der erneuerbaren Energien Steine in den Weg gelegt werden", so Damm wörtlich.

 

Dies müsse verhindert werden und daher sei die Tatsache, dass zum Fukushima-Jahrestag in ganz Deutschland Mahnwachen und Demonstrationen stattfinden, ein wichtiges Signal an die Politik.

Autor: ra

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