29.10.2011 Teublitz

Otto Kohlhofer und Josef Schmid:

Erinnerungen an NS-Widerstandskämpfer


Wem ist der Name Otto Kohlhofer oder der "Deckname Betti Gerber" ein Begriff? Die Großeltern Sonnleitner des NS-Widerstandskämpfers und Mitbegründers der KZ-Gedenkstätte Dachau kamen aus Mossendorf bei Burglengenfeld.

Otto Kohlhofer (1915 bis 1988) war als aktiver politischer Widerstandskämpfer von der SS für zweieinhalb Jahre im Zuchthaus Amberg inhaftiert, bevor er in das Konzentrationslager Dachau verlegt wurde. Insgesamt war er fast zehn Jahre lang in Haft, davon sechs Monate auch im KZ Flossenbürg. Er überstand die schreckliche Zeit nur dank der Solidarität der Mitgefangenen und dank seines unbändigen Überlebenswillens. Um den Opfern des Naziterrors ein Denkmal zu setzen, engagierte er sich nach dem Ende des 2. Weltkriegs für die Gründung der KZ-Gedenkstätte in Dachau und gab – etwa im Rahmen der Internationalen Jugendbegegnungsstätte Dachau – immer wieder Auskunft über sein Schicksal.

 

Die Tochter von Otto Kohlhofer, Christa Willmitzer, und ihr Mann Peter haben sich auf aufwendige Spurensuche begeben und über das Leben und das Schicksal von Vater und Schwiegervater ein Buch mit 172 Seiten und zahlreichen Abbildungen geschrieben: "Deckname Betti Gerber. Vom Widerstand in Neuhausen zur KZ-Gedenkstätte Dachau. Otto Kohlhofer 1915 – 1988", erschienen im "allitera"-Verlag München. Verwandtschaftliche Beziehungen zur Nichte Edith Heimann, geb. Kohlhofer,
und ihrem Mann Hermann in Maxhütte-Haidhof, die bereits aktiv an der Erforschung und Ausstellung über das Schicksal der NS-Zwangsarbeiter im Jahr 2010 beteiligt waren, führten zu der Idee, das Buch über Otto Kohlhofer auch im Städtedreieck vorzustellen. Schnell fand man in Museumsleiterin Dr. Margit Berwing-Wittl und dem Vorsitzenden des Historischen Arbeitskreises Teublitz, Matthias Haberl, Partner. Bei einer Besprechung im Garten von Edith und Hermann Heimann entstand der Plan, am Freitag, 18. November, um 19 Uhr in der Stadtbibliothek Teublitz das Buch der Öffentlichkeit vorzustellen und anschließend mit Personen aus dem Städtedreieck ins Gespräch zu kommen, die aus Erzählungen oder sogar aus eigenen Erinnerungen über die schwere Zeit des Nationalsozialismus berichten können.

 

Als prominentester politischer Widerständler im Städtedreieck ist der Burglengenfelder Maler Josef Schmid (1885 bis 1945) bekannt, der von den Nazis im KZ Dachau wenige Tage vor der Befreiung durch die US-Armee umgebrachworden ist und im Ehrenhain im Burglengenfelder Friedhof für sein Lebenswerk und seine aufrechte Gesinnung gewürdigt wird. Eine kleine Ausstellung mit Bildern und den wenigen bis heute erhaltenen Erinnerungsstücken an Otto Kohlhofer und Josef Schmid wird ebenfalls in der Stadtbibliothek Teublitz zu sehen sein.

Autor: pm / uh

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