26.05.2011 Burglengenfeld
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Stadt erstellt neues Konzept:

"Energiewende" in Burglengenfeld

Energiekonzept Burglengenfeld
Foto: pm
Die Stadt Burglengenfeld stellt den Energieverbrauch in all ihren Gebäuden und Liegenschaften auf den Prüfstand. Dies ist Teil des kommunalen Energiekonzeptes, das das Institut für Energietechnik GmbH an der Hochschule Amberg-Weiden (IfE), im Auftrag der Stadt erstellt. Dessen Geschäftsführer, Prof. Dr. Markus Brautsch, war jetzt zum Startgespräch für das Konzept zu Gast im Rathaus.

Seit der Reaktor-Katastrophe von Fukushima mit ihren täglich neuen Schreckensmeldungen sei der Umstieg auf erneuerbare Energien, die so genannte "Energiewende", in aller Munde. Damit einhergehend erführen die Themen Energieeffizienz und Energiesparen neue Aufmerksamkeit. Vor diesem Hintergrund war es Stadtbaumeister Franz Haneder wichtig, darauf hinzuweisen, "dass sich die Stadt Burglengenfeld bereits im Frühherbst 2010 dazu entschlossen hat, ein Klimaschutz- und Energiekonzept erstellen zu lassen". Und: "Das Energiesparen beschäftigt die Verwaltung seit Jahren täglich."

 

Das stellte auch Bürgermeister Heinz Karg heraus. In den vergangenen 20 Jahren habe die Stadt rund 170 Millionen Euro in die Infrastruktur investiert – vom Schulzentrum im Naabtalpark über das Bulmare bis hin zu Kindergärten und Feuerwehrhäusern. "Dabei haben wir uns logischerweise immer wieder mit dem Thema Energie beschäftigt und sind zu den verschiedensten Lösungen gelangt. Wir nutzen in unseren öffentlichen Gebäuden Biomasse, Öl, Erdgas, Photovoltaik und Blockheizkraftwerke", so Karg. Aber nichts sei so gut, dass man es nicht noch besser machen könne. "Wir stellen erneut alles auf den Prüfstand. Mit dem Energiekonzept möchten wir zeigen, dass wir weiter ehrgeizige Ziele haben", so der Bürgermeister. Er sei schon jetzt gespannt, zu welchen Ergebnissen Prof. Brautsch mit seinem Team komme, und in welchem Umfang die Stadt in der Lage ist, erneuerbare Energien zum Einsatz zu bringen.

 

Markus Brautsch lehrt an der Fakultät Maschinenbau/Umwelttechnik der Hochschule Amberg-Weiden. Er ist Geschäftsführer des Instituts für Energietechnik (IfE) GmbH an der Hochschule, das in den vergangenen Jahren immer wieder mit innovativen Konzepten und auch Maschinen für positive Schlagzeilen gesorgt hat. Laut Statistik vervierfachen sich die Energiepreise alle zwei Jahrzehnte. Und für Prof. Dr. Brautsch steht fest, wohin die weitere Reise gehen wird: "Eindeutig nach oben." Der Hochschullehrer hat an seinem Institut zehn Wissenschaftler beschäftigt, die zunächst eine CO2-Bilanz und den aktuellen Energiebedarf einer Kommune ermitteln und dabei in der Vergangenheit festgestellt haben, "dass im Schnitt jeder bayerische Bürger pro Jahr zehn Tonnen CO2 emittiert". 2,5 Tonnen sollten es aber nur sein, so der Professor, "wenn wir den nachfolgenden Generationen einen vertretbare Hypothek hinterlassen wollen".

 

30.762 Euro kostet das Energiekonzept für Burglengenfeld, der Freistaat Bayern gewährt über das Bundesförderprogramm "Klimaschutzprojekte in Kommunen" hierfür 50 Prozent Zuschuss. Brautsch nannte es "erfreulich", dass sich die Stadt "für ein praxisnahes und praxisorientiertes kommunales Energiekonzept entschieden hat". Zunächst müssen alle Verbrauchs- und Ausgangsdaten erfasst werden, um Zug um Zug einen Energie-Entwicklungsplan aufzustellen, der in verschiedenen Phasen mit Potentialbetrachtungen und Energieeffizienzsteigerungen bzw. Energieeinsparungen einhergeht. Konkret vorstellbare Maßnahmen werden näher durchleuchtet und mit Investitionskosten belegt. Aktuelle Bauprojekte wie die Mensa für das Schulzentrum und die Kinderkrippe im Naabtalpark werden bereits nach dem Energieeinsparstandard 2012 errichtet.

 

Die Erstellung des Gesamtkonzeptes wird etwa neun bis zwölf Monate dauern. "Der Umstieg auf alternative Energiequellen ist nicht von heute auf morgen zu schaffen. Es sollte deswegen zunächst der Bestand analysiert werden, um Ressourcen vor Ort zielorientiert aufzugreifen und dann den Energieumbau Zug um Zug zu bewältigen", so Stadtbaumeister Haneder. Neben den städtischen Liegenschaften werden auch das Stadtgebiet, die Ortsteile im Umland, private Haushalte, Gewerbe und Industrie auf mögliche Einsparpotentiale untersucht. In einem weiteren Schritt, und das betonte Bürgermeister Karg besonders, sollte über mögliche Objekte über die Gemeindegrenzen hinaus, etwa auf Ebene des Städtedreiecks, nachgedacht werden. "Überzeugtes Handeln sollte dabei gegenüber künftigen Generationen Verantwortung zeigen."



Autor: pm / uh

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