Spielwaren-Geschäft macht dicht
Ende einer Ära: „Der Beer" hat ausgespielt

Fragt man Knipf nach dem Grund dafür, nimmt er kein Blatt vor den Mund: „Weil die Bevölkerung das Geschäft boykottiert hat!“, sagt der Spielwaren-Experte, der in Obertraubling bei Regensburg und Aidenbach bei Passau mit Erfolg zwei ähnliche Läden führt. Nur in Schwandorf klappte es nicht, obwohl „der Beer“ in seinen Augen in allen wichtigen Kriterien bestens augestellt war. „Sonst hätte ich hier vor drei Jahren gar nicht erst angefangen.“
Das Geschäft war gut eingeführt, die Lage stimmte und was Auswahl, Beratung und auch Preise anbelangte, glaubte es Knipf locker mit der Konkurrenz von Verbrauchermärkten und Internet aufnehmen zu können. Den offensichtlichen Nachteil des zwischen Marktplatz und Naabbrücke gelegenen Geschäfts versuchte er wettzumachen: „Das war ein finsteres Loch. Doch das haben wir verbessert, indem wir umgebaut haben. Leider hat sich herausgestellt, dass alle diesbezüglichen Investitionen rausgeschmissenes Geld waren.“
Das Auslaufen des Mietvertrags bot nun die Möglichkeit, die Notbremse zu ziehen und den „Zuschussbetrieb von Anfang an“ (Zitat Knipf) einzustellen. Der Räumungsverkauf läuft auf Hochtouren, spätestens an Weihnachten ist Schluss.
Seit das Beer-Aus feststeht, scheinen die Schwandorfer ihre Liebe zu dem traditionsreichen Fachgeschäft wieder entdeckt zu haben. „Wenn es immer so zugegangen, wäre die Schließung nie ein Thema geworden“, meint Knipf. Angesichts der aktuellen „Rausschmeißer“-Angebote ist dies auch nicht verwunderlich – etwas anderes dagegen schon: „Jeder zweite Kunde an der Kasse sagt, wie schade es sei, dass wir zumachen.“
Offensichtlich wird nun vielen bewusst, dass hier ein Stück Schwandorfer Handelstradition stirbt und zumindest vorübergehend ein weiterer Leerstand an prominenter Stelle droht. Doch jetzt ist es zu spät.
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