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01.08.2012 Landkreis

Weißer Larven-Spuk

Eintagsfliegen-Invasion an der Naab

Eintagsfliegen
Foto: Starringer
Es ist August, die Zeit der nächtlichen „Massenschlupf-Umtriebe“ hat erneut begonnen. Die Eintagsfliegen an der Naab sind wieder da – allerdings fast unbemerkt von den Passanten der Brücken.

 

Während noch vor einigen Jahren Feuerwehren und Bauhöfe bis zu zehn Zentimeter dicke Schichten toter Insekten entfernen mussten und sich auf der Fahrbahn ein gefährlicher Schmierfilm bildete, hat die Maßnahme, Halogenstrahler unter den Brücken anzubringen, Erfolge erziehlt.
 
Eintagsfliegen? Hier handelt es sich sowieso um einen irreführenden Begriff: Denn sie leben nur einige Stunden, bis sie sich gepaart haben. Und das geschieht nur nachts, nach 22 Uhr, wenn Luft- und Wassertemperatur sowie die Lichtverhältnisse stimmen. Das war in der Vergangenheit auch das Problem.
 
Während sich die Insekten in der freien Natur am diffusen Licht der Sommerabends und an Spiegelungen auf dem Wasser orientieren, dienten die Brückenbeleuchtungen als willkommener „Kontakthof“ zur Paarung. Die nach dem Akt sofort versterbenden Männchen fielen dann auf die Fahrbahn, wo sie einen übel nach altem Fisch riechenden, glitschigen Schmierfilm hinterließen.
 
In Schwarzenfeld, aber auch in Schwandorf hat man deswegen Halogenstrahler unter den Brücken angebracht. Hier werden die schlüpfenden Fliegenlarven abgefangen und fallen, so wie es Mutter Natur geplant hat, zurück ins Wasser, wo ein anderes Schauspiel dann jeden  Fischfreund in Verzückung versetzt: Die Fische schnappen sich das Festmahl! Besonders dann, wenn das Licht ausgeht, ist ein heftiges Geplansche zu hören – aber leider nicht mehr zu sehen.
 
Das Nachsehen haben dabei nur die Angler. „Während der nächsten ein bis zwei Wochen fängt man so gut wie nichts“, klagt einer.
In welchem Ausmaß sich das ganze Spektakel allerdings ausformt, kann man nicht vorhersagen; es hängt schlicht und einfach davon ab, wie das Wetter wird. Je heißer und wolkenloser der Tag desto mehr ist in der Nacht los. Wenn es dagegen wieder kälter und regnerischer wird, dann passiert gar nichts.
 
Und in wenigen Tagen ist der ganze Spuk sowieso wieder vorbei, bis im nächten Jahr die Nachkommen an die Oberfläche drängen …
Autor: Thomas Starringer

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