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12.10.2012 Pfreimd

Nach Festnahme von 34-Jähriger

Eheleben soll die Hölle gewesen sein

Polizeiauto
Foto: Schmid Polizeiauto im Einsatz.
Ihr Sohn Gerald wird dadurch zwar nicht mehr lebendig. Doch Anni R. aus Weihern bei Pfreimd verspürte große Genugtuung, als ihre Schwiegertochter wegen Mordverdachts festgenommen wurde.

„Jetzt kann ich wenigstens ruhigen Gewissens aufs Grab gehen“, meinte die Mutter des 39-jährigen Unternehmers, der in einer April-Nacht erschossen im Keller seines Hauses in Pfreimd lag. Der scheinbare Selbstmord beschäftigte die Kripo Amberg fast ein halbes Jahr lang – bis am Morgen des 5. Oktober die Festnahme der Witwe erfolgte.

 

Anni R. hat dies kein bisschen überrascht, denn sie hatte diesen Verdacht von Anfang an: „Sie war schon immer eine Hantige“, sagt sie über ihre Schwiegertochter. „Aber nach der Hochzeitsreise hab ich mir nur noch gedacht ,o Gott'.“ Das Glück der Frischvermählten war offenbar schnell dahin, laut Anni R. war die Ehe für ihren Sohn schlicht die Hölle: „Die hat ihn immer und überall schlecht gemacht.“ Im Oktober 2011 soll die 34-Jährige nach Angaben der Mutter ihrem Ehemann sogar einen Streifschuss verpasst haben.

 

Das Verhalten der Schwiegertochter nach dem Tod von Gerald beschrieb sie wie folgt: „Die wollte ihn so schnell wie möglich verschwinden lassen und wollte unter allen Umständen eine Feuerbestattung durchsetzen.“ Die Familie ging dagegen vor und erreichte vor dem Amtsgericht, dass der Getötete auf dem Pfreimder Friedhof beerdigt wurde.

 

Die Schuld für dieses unwürdige Gezerre sieht auch der Onkel von Gerald R. einzig und allein bei dessen Ehefrau: „Die wollte keine Beerdigung, sondern eine Entsorgung“, resümiert er. Seine Sicht auf den Todesfall war sehr schnell klar: „Drei Tage nach Geralds Tod habe ich zur Kripo gesagt, dass mich mein Bauchgefühl selten täuscht – und aufgrund dessen war ich zu 97, 98 Prozent sicher, dass sie es war.“

 

Onkel und Mutter berichten übereinstimmend, dass Gerald R. kurz vor seinem gewaltsamen Tod die Reißleine gezogen habe: „Er wollte die Trennung, zum 1. Mai hätte sie ausziehen müssen.“ In der Nacht auf den 17. April fiel dann aber der tödliche Schuss im Keller, genau ein Jahr und einen Tag nach der Hochzeit. Am 11. Mai 2012 wäre Gerald R. 40 Jahre alt geworden.

Autor: ra

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