16.10.2012 Rottal-Inn


„Dieser Erfolg hat uns selbst überrascht"



Die Mayers
Foto: Vox/Lange



Gerhard Mayer spricht im Interview über die Musik, die Kelly Family und Jury-Mitglied Sandra Nasic.

 

Seit über 40 Jahren macht Gerhard Mayer, der lange Zeit in Burghausen und Simbach lebte und nun in der Nähe von Taubenbach wohnt, Musik. Zusammen mit seiner Tochter Isabella und Freund Gerold Gauger nimmt er derzeit erfolgreich bei der Sendung „X Factor“ auf Vox teil (das nächste Mal zu sehen am 21. Oktober um 20.15 Uhr auf Vox). Die Juroren Sarah Connor, H.P. Baxxter, Sandra Nasic und Moses Pelham sind von dem Trio aus dem Landkreis Rottal-Inn begeistert, inzwischen haben „Die Mayers“ schon das „Jury-Haus“, die dritte Phase der Casting-Show, erreicht. Wochenblatt-Redakteur Holger Becker sprach mit Gerhard Mayer.
 
 
Die Idee zur Teilnahme hatte ja Gerold Gauger. Brauchte es da viel Überredungskunst bei Ihnen?
 
 
Nein, eigentlich nicht. Das hat uns schon sehr interessiert. Ohne Gerold wären wir aber sicher nicht auf die Idee gekommen uns zu bewerben.
 
 
Waren Sie dann überrascht, dass Sie beim ersten großen Casting in Berlin vier Mal ein Ja von der Jury bekamen?
 
 
Ja, total. Wir waren von Anfang an überrascht, weil wir eine schon recht spezielle Gruppe und nicht auf etwas Bestimmtes festgelegt sind. Beim ersten Casting in München war ein Heer von Musikern, da dachten wir, dass wir gleich wieder heimgeschickt werden. Aber es kam anders und wir gehörten zu den wenigen, die da rausgepickt wurden.
 
 
In den 60er und 70er Jahren spielten Sie in der Underground Rockband „Evolution“, jetzt bei X Factor Irish Folk. Wie kommt es dazu?
 
 
Ja gut, das war eigentlich kein besonderer Kraftakt da hinüberzukommen. Irish Folk war schon immer ein Teil der Musik, die uns wichtig war. Von der Auswahl der Lieder her erschien uns das auch ganz geschickt. Folkmusik bietet sich ja auch aufgrund unserer Besetzung an. Gerold spielt Geige, keltische Busuki und Dudelsack, dazu die zwei Stimmen mit Isi und mir. Da passt Irish Folk ganz gut. 
 
 
Zudem hat uns die Produktionsfirma das auch vorgegeben, weil wir eigene Lieder aus vertragsrechtlichen Gründen, wie zum Beispiel der GEMA, nicht spielen durften. Bei mir war der Weg von Rock zum Folk natürlich weit. Mit 14 Jahren habe ich mein erstes Lied geschrieben, dann kamen Beet, Hardrock, Underground und Jazz. Das ist schon eine große Entwicklungsgeschichte, die ich durchlebt habe.
 
 
Inzwischen werden Sie ja schon als niederbayerische Kelly-Familie bezeichnet. Wie gefällt Ihnen das?
 
 
Das gefällt mir schon, es ist eine Ehre. Wir mögen die Kellys. Als meine Tochter Isi 13 Jahre alt war, kam sie zu mir und fragte mich, ob wir sowas wie die Kellys nicht auch machen können. Ich sagte Ja und wir nahmen dann ein Stück von den Kellys. Das spielen wir noch heute gerne.
 
 
Das Bootcamp nach den Castings gilt als harter Wettbewerb. Welche Eindrücke nimmt ein Musiker mit 40 Jahren Bühnenerfahrung da noch mit?
 
 
Lange Bühnenerfahrung ist das eine, die Aufregung und das Lampenfieber das andere. Das hört nie auf. Ich dachte, dass es mit den Jahren besser wird, dass ich cooler werde, wenn ich auf der Bühne stehe. Das kann ich bei mir nicht beobachten. Die Anspannung bei X Factor ist natürlich ganz besonders stark. Ich habe vor allem gelernt, wie Fernsehen gemacht wird. Es kam vor, dass wir um 9 Uhr zum Set kamen und erst um halb eins in der Nacht fertig waren. Das ist ein voller Tag, an dem viel gearbeitet wird und viel passiert. Das muss man erst mal schaffen.
 
 
Ihr Mentor ist im Jury-Haus jetzt Sandra Nasic von den Guano Apes. Wie ist sie denn so?
 
 
Die ist ganz locker und sehr nett. So wirklich nah kommt man sich ja dabei nicht, weil es vor allem um die Arbeit geht. Aber sie ist eine sehr freundliche junge Dame. Von ihrer Musik, gestehe ich, weiß ich nicht so viel. Aber man kann gut mit ihr auskommen.
 
 
Die Sendungen in den „Jury-Häusern“ laufen noch bis 28. Oktober. Egal, wie weit Sie dann noch kommen: Wie geht es nach X Factor weiter bei den Mayers?
 
 
Wir werden auf jeden Fall am Ball bleiben, sind aktiv und spielen auf Veranstaltungen, bei denen wir gebucht werden. Weil Isi jetzt dann in Linz studiert, wird das mit den Proben natürlich schwieriger. Da müssen wir uns abstimmen. Im Frühjahr wollen wir dann eine CD herausbringen.
Autor: Holger Becker
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