Trifterner Paar auf Kreuzfahrt
Rottaler trafen den Costa Concordia-Kapitän

Es war alles so perfekt organisiert, wir haben wie in einem 5-Sterne-Hotel gelebt“, sind Helga (65) und Reinhard (71) Schaer aus Triftern noch knapp zwei Monate nach der Kreuzfahrt begeistert. Sie hatten eine Mittelmeer-Kreuzfahrt gemacht, auf der Costa Concordia, von 17. bis 21. November 2011. Auf derselben Strecke, auf der das Schiff am Freitag, den 13. Januar, auf der letzten Etappe vor der Insel Giglio auf ein Riff aufgelaufen ist. Die Havarie kostete nach letzten Erkenntnissen über ein Dutzend Menschen das Leben, an die 20 Personen wurden vermisst.
Ein ganz schlechtes Bild bei dem Unglück gab der Kapitän des Schiffes mit über 4.000 Menschen an Bord, Fahrgäste und Besatzung, ab: Francesco Schettino.
Die Schaers aus dem niederbayerischen Rottal hatten genau diesen Mann zwei Monate vorher persönlich kennengelernt – auf einem Empfang für besondere Fahrgäste, Freunde des Costa-Clubs, denn die Schaers machten bereits ihre vierte Kreuzfahrt mit einem Schiff der Reederei Costa Crociere.
Am 17. November 2011 hat der ehemalige Wochenblatt-Mitarbeiter Schaer in seinem Reisetagebuch notiert: „11 Uhr Empfang beim Kapitän“.
„Wir haben ihn sehr sympathisch erlebt, sehr locker, im Gegensatz zu anderen Kapitänen“, erinnern sich die Schaers. „Wer denkt daran, dass er sich dann im Katastrophenfall so benimmt, wie in den Medien geschildert“, ist Helga Schaer entsetzt angesichts der Ereignisse vom 13. Januar. Helga und Reinhard Schaer sind heilfroh, dass bei ihrer Fahrt der Kapitän keinen „Abstecher“ gemacht hat, wie er es wohl schon früher getan hatte und was vor eineinhalb Wochen zu der Havarie mit den schrecklichen Folgen geführt hatte.
Helga Schaer ist vorerst die Lust auf Kreuzfahrten vergangen: „Ich hatte so großes Vertrauen, das ist nun weg!“ Gleich am ersten Tag, während des Auslaufens, war sogar eine Rettungsübung angesetzt gewesen. Während Reinhard Schaer ganz pragmatisch meint: „Jetzt wird alles sehr genau genommen, die Sicherheit war nie größer!“
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