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19.10.2012 Simbach am Inn

Tragischer Ausgang

Rettungsfahrzeug brauchte über eine halbe Stunde


70-Jähriger brach am Wochenmarkt mit Herzkammerflimmern zusammen und verstarb zwei Tage später.

Was hat hier nicht richtig funktioniert? Dies fragen sich derzeit viele Simbacher, wenn sie an das Ereignis vergangener Woche mitten auf dem Kirchenplatz am Wochenmarkt denken. Eigentlich schien die Frage über eine optimale Notfallversorgung für Simbach geklärt. Immer wieder wurde vonseiten der Rettungsstellen beteuert, dass die Notfallversorgung für die Simbacher gesichert sei. Leider zeigte dieser Vorfall ein anderes Bild.

 

Über eine halbe Stunde brauchte ein Rettungswagen nach der Erst-Alarmierung aus Rotthalmünster nach Simbach. Die Simbacher Einsatzfahrzeuge waren belegt, daher entschied man sich aus Hilfe von Rotthalmünster. Besonders tragisch, auch die Rettungswagen des Roten Kreuzes in Braunau waren im Einsatz. Aufgrund der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit wurde auch die Rettungs-Leitstelle in Linz alarmiert. Allerdings befand sich der Braunauer Rettungswagen von halb 11 bis 12 Uhr ebenfalls im Einsatz.

 

Was war genau geschehen? Zusammen mit seiner Frau war ein 70-jähriger Simbacher beim Einkaufen am Samstag auf dem Wochenmarkt, als er plötzlich zusammenbrach. Der Grund: Herzkammerflimmern. Auch wenn ein Notarzt bereits nach wenigen Minuten vor Ort war, dauerte es rund eine halbe Stunde nach der Erstalarmierung, bis der Rettungswagen kam. Zuvor kümmerten sich drei Ersthelfer um die Person, sie setzten auch den Notruf ab. Bereits hier vergingen kostbare Minuten. Der Mann wurde anschließend nach Braunau in Krankenhaus gebracht, wo er zwei Tage später verstarb.

 

 

Im Simbacher Rathaus hätte es einen Defibrillator gegeben, allerdings besteht hier nur ein Zugang zu den normalen Öffnungszeiten und nicht am Wochenende. Somit war auch hier wertvolle Zeit verstrichen. Verständlich ist der Unmut, der jetzt in der Volksseele kocht. „Sind wir nach den ganzen Krankenhausdebatten Menschen dritter Klasse“, fragt man sich offen auf der Straße. Wie kann so etwas passieren, wenn sich das Braunauer Krankenhaus fast in Sichtweite und nur einige Meter vom Simbacher Stadtzentrum befindet.

 

 

Alles Fragen, die jetzt erst einmal beantwortet werden und in Zukunft zu einer besseren Koordination führen müssen. Viele Simbacher fühlen sich jetzt allerdings in ihrer Annahme bestätigt, dass sie im Falle einer ernsthaften Notfallsituation mit dem Schlimmsten rechnen müssen.

Autor: gei.