01.02.2012
Pfarrkirchen
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Liberale wittern Neuzugang: CSU-Mann schnappte sich FDP-Domain

Foto: Becker
Wechselt der 2. Bürgermeister der Stadt Pfarrkirchen, Wolfgang Beißmann (Foto), etwa zur FDP? Das vermuten die Liberalen, weil er sich die FDP- Domain gesichert hat. Doch was steckt wirklich dahinter?
„Der CSU-Ortsvorsitzende und 2. Bürgermeister der Stadt Pfarrkirchen, Wolfgang Beißmann, bereitet offensichtlich einen Wechsel zur FDP vor. Er hat sich bereits die Internet-Seite www.fdp-pfarrkirchen.de gesichert. Gerade in harten Zeiten macht uns der unerwartete Mitgliederzuwachs Hoffnung", teilt FDP-Kreisvorsitzender Florian Wassermann (Bayerbach) ironisch via Pressemitteilung mit. Doch was steckt wirklich dahinter?
Das liberale Themenspektrum sei laut Wassermann für den CSU-Ortsvorsitzenden so interessant, dass er den Wechsel des Parteibuchs seit mehreren Monaten sehr geschickt eingefädelt habe. „Damit seine Parteikollegen vor Ort nicht Wind von der geheimen Sache bekommen, hat er seine Mutter Elfriede Beißmann als Domaininhaberin und administrative Ansprechpartnerin bei der DENIC, der deutschen Domainverwaltungszentrale, eingetragen“, erklärt Florian Wassermann.
„Es ist etwas kurios, aber der CSU-Ortsvorsitzende beantwortet auch die E-Mails der FDP in Pfarrkirchen. So weit geht die gute schwarz-gelbe Koalition in Bayern", freut sich Wassermann.
„Es könnte aber auch sein, dass Wolfgang Beißmann unter die Domaingrabber gegangen ist. Das sind Leute, die sich einen Domain-Namen reservieren, ohne ihn zu benutzen oder die Namens- und Markenrechte zu besitzen. Laut einem Urteil des Bundesgerichtshofes von 2003 gilt bereits die Domain-Registrierung eines fremden Namens als Namensanmaßung“, so Wassermann dann doch weniger freundlich in Richtung Beißmann.
Der CSU-Mann stellt im Gespräch mit dem Wochenblatt aber klar: „Ich habe bei den Kommunalwahlen 2008 bemerkt, dass die Seite noch frei ist und habe mir den Namen aus einer Laune heraus gesichert. Ich habe sie aber nur reserviert, jedoch nichts dafür verwendet. Es gibt auch keine Verlinkung zu CSU-Seiten. Es steckt keine Böswilligkeit dahinter, sondern ich fand die Aktion eher lustig.“
Noch lustiger aber findet es Beißmann, dass die FDP erst jetzt bemerkt, dass die Domain in feindlichen Händen ist: Sie springen wohl auf einen fahrenden Zug auf, weil dies zuletzt auch bei anderen Politikern vorgekommen ist. Ich habe die Domain übrigens schon letztes Jahr gekündigt, ab 14. Oktober ist sie also wieder zu haben“, betont Beißmann.
Gegen den Vorwurf, er habe auch E-Mails der FDP abgerufen, verwehrt sich der CSU-Politiker: „So etwas gehört sich nicht, ich habe keinen Zugriff auf die Mail-Adresse und habe auch niemals Mails der FDP abgerufen.“
Autor: Holger Becker
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