02.10.2012 Rottal-Inn


Hiobsbotschaften für die Ortsumgehungen






Straßenbauamt kann keine Prognose abgeben, wann die Ortsumgehungen für Neukirchen und Godlsham fertig gestellt werden können.

 

Die große Eschbachbrücke im Zuge der Ortsumgehung von Neukirchen und Godlsham kann heuer nicht mehr begonnen werden. Hinzu kommt ein großer Böschungsrutsch im Bereich von Ringfüssing, der den Straßenbauern technische Schwierigkeiten bereitet und die Verkehrsfreigabe dieses Abschnittes im November in Frage stellt.
 
 
Alles hatte so gut begonnen, als heuer im Frühjahr die Erdarbeiten zum ersten Bauabschnitt der Ortsumgehung bei Ringfüssing begannen. Vor allem in den Monaten Juli und August konnte man regen Baubetrieb und einen erfreulichen Fortgang der Arbeiten beobachten. Das Ziel, die Erdarbeiten bis Ende September abschließen zu können und dann bis Ende Oktober die Neubaustrecke mit Asphalt zu versehen, war in dieser Zeit zum Greifen nahe, berichtet Johann Eicher, Abteilungsleiter an der Servicestelle Pfarrkirchen des Staatlichen Bauamts Passau. 
 
 
Doch leider hat sich vor drei Wochen ein unerwartetes Problem mit der Stabilität der Einschnittsböschung nördlich von Ringfüssing ergeben. Dass der Baugrund in diesem Bereich aufgrund seiner Inhomogenität und seiner allgemeinen Beschaffenheit, aber auch aufgrund von vorhandenen wasserführenden Schichten problematisch sein wird, war aus den geologischen Untersuchungen bereits vorher bekannt, erklärt Eicher. Aber dass die Böschung seine Standfestigkeit derart verlieren würde, konnte laut Eicher nicht erwartet werden. 
 
 
Der Wasserdruck aus dem Hang ist derart hoch, dass ca. 4.000 m3 des noch abzutragenden Erdmaterials aus dem Trassenbereich instabil wurden und sich an der Oberfläche tiefe Risse bildeten. Der aufgeweichte Boden und austretendes Wasser machten ein Weiterarbeiten unmöglich, so dass die Arbeiten eingestellt werden mussten.
 
 
Sofort beauftragte das Staatliche Bauamt einen Baugrundexperten, der zwischenzeitlich ein Konzept zum weiteren Umgang mit dieser Situation erarbeitet hat. Dieses sieht den Betrieb von Vakuumbrunnen zum Absaugen des im Boden enthaltenen Wassers vor. Erst nach erfolgreicher Absenkung des Grundwassers kann der Boden weiter gefahrlos abgebaut werden. 
 
 
Anschließend wird die abgerutschte Böschung wieder neu aufgebaut und auf einer Länge von ca. 160 m mit Stützkörpern aus Wasserbausteinen dauerhaft gesichert. Die Arbeiten werden sich dadurch um mindestens sechs Wochen verzögern. „Ob nun der Einbau der Asphaltschichten heuer witterungsbedingt noch stattfinden kann, bleibt zu hoffen. Wir werden alles versuchen, um die Verkehrsfreigabe auf diesem Abschnitt noch vor dem Winter zu erreichen, denn die Situation mit der Umleitungsstrecke ist uns wohl bekannt“, versichert Eicher. 
 
 
„Aber zu allem Überfluss haben wir auch noch einen Stillstand bei der Eschbachbrücke, bei der der Bauauftrag seit April bis heute nicht vergeben werden darf, da sich einer der Bieter ungerecht behandelt fühlt. Seither zieht sich dieses Vergabeverfahren durch alle Instanzen. Neben dem enormen Zusatzaufwand beim Bauamt, ist vor allem ärgerlich, dass nicht wie geplant im Mai mit der Brücke begonnen werden konnte und auch heuer nicht mehr begonnen werden kann,“ bedauert Eicher. 
 
 
Also liegt die Verzögerung schon fast bei einem Jahr, vorausgesetzt, der Streit kann in den kommenden Wochen beigelegt werden und die Bauarbeiten an der Brücke im Frühjahr beginnen. Da das Bauwerk vor dem weiteren Bauabschnitt der Umgehungsstraße nahezu fertig gestellt sein muss, verzögern sich auch die Folgearbeiten entsprechend. „Aktuell können wir keine Prognose für eine Gesamtfertigstellung der Ortsumgehung von Neukirchen und Godlsham abgeben“, bedauert Eicher. Sobald  neue Ergebnisse vorliegen, wird das Bauamt darüber informieren.
Autor: bf
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