26.02.2016 Ering am Inn

Todesfälle

Fluch auf Pfarrgemeinde? Graf ruft nach Inquisitor!

Kirche Ering
Foto: Walter Geiring
Endre Graf Esterházy verlangt vom Passauer Bischof Stefan Oster Aufklärung um erhöhte Sterblichkeitsrate engagierter Pfarreimitglieder

Fünf mysteriöse Todesfälle rund um die spätgotische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Ering am Inn beunruhigen die 1.700 Seelen-Gemeinde. Einem prominenten Bewohner reicht es. Er will wissen, was los ist: „Bischof Stefan Oster muss einen Inquisitor schicken, der aus kirchlicher Sicht für Aufklärung sorgt“, fordert Endre Graf Esterházy (65) in einem Schreiben an den Passauer Oberhirten.

 

Die vielen Sterbefälle kirchlicher Funktionsträger in kurzer Zeit lassen den früheren Pfarrgemeinderat nicht zur Ruhe kommen: „Es kann so nicht weitergehen. Eine Art bischöflicher Inquisitor muss in die Pfarrei kommen und die seltsamen Vorkommnisse aufklären.“ Der kirchliche Ermittler soll herausfinden, warum die Sterblichkeitsrate bei den Mitgliedern des Pfarrverbands so hoch ist, meint Graf Esterhazy, der mit seiner Frau, der Opernsängerin Dr. Christine Gräfin Esterhazy (56), in Ranshofen bei Braunau auf der österreichischen Innseite und im burgenländischen Eisenstadt lebt. Das Stammschloss der Familie Esterházy steht in Ering am Inn.

 

In seinem Brief an den Bischof führt der Graf fünf Todesfälle an: Mesnerin Anneliese W. (2010), der stellvertretende Pfarrgemeinderatsvorsitzender Joseph M., Pfarrer Martin Sch. (Oktober 2013/52 Jahre), Wortgottesdienstleiter und Kommunionhelfer Otto Sch. (2014/56 Jahre) und vor wenigen Tagen Pfarrgemeinderatsvorsitzender Manfred H..

 

Der überraschende Tod des 64-jährigen Gremiumschef, der auch den Dekanatsrat führte, war der Auslöser für das Nachfassen von Endre Graf Esterhazy. Heid hatte am 14. Februar noch den Sonntagsgottesdienst mitgefeiert. In der Nacht darauf war er plötzlich und unerwartet gestorben. „Dass sein menschliches Herz so abrupt aufgehört hat zu schlagen, ist für viele noch nicht fassbare Wirklichkeit“, hieß es in einem Nachruf.

 

Die Tode geben Rätsel auf, darauf will ich eine Antwort“, sagt Endre Graf Esterhazy. Er bittet den Bischof, einen Inquisitor zu schicken, der vor Ort klären soll, „wie aus kirchlicher und christlicher Sicht die ominösen Sterbefälle dieser Würdenträger zu erklären sind“. Als Fall für einen weltlichen Ankläger sieht der Adlige die erhöhte Sterblichkeitsrate nicht. Die engagierten Pfarreimitglieder seien ohne Zweifel eines natürlichen Todes gestorben.

 

Wie wird das Bistum Passau reagieren? Monika Zieringer, Pressesprecherin von Bischof Stefan Oster, wollte auf Anfrage den Eingang des Briefes weder bestätigen noch dementieren.

Autor: jk
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