Nach Rücktritt:
Staatsanwaltschaft leitet Ermittlungen gegen Wulff wegen Vorteilsnahme ein

Die Staatsanwaltschaft Hannover hat am Samstag offiziell strafrechtliche Ermittlungen gegen den am Freitag zurück getretenen Bundespräsidenten Christian Wulff eingeleitet. Der Straftatbestand, der Wulff zur Last gelegt wird, lautet Vorteilsnahme im Amt. Sie beziehen sich auf Wulffs Zeit als Ministerpräsident in Niedersachsen.
Wulff hat die Ermittlungen selbst ermöglicht, da durch seinen Rücktritt die Immunität des Bundespräsidenten erlosch. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft beim Bundestag den Antrag gestellt, Wulffs Immunität aufzuheben. So weit war es durch den Schritt des CDU-Politikers nicht mehr gekommen. Bei einer kurzen Erklärung zu seinem Rücktritt hatte Wulff am Freitag noch seine Unschuld beteuert.
Bislang hat die Staatsanwaltschaft Hannover keine Angaben darüber gemacht, welche neuen Fakten für einen Sinneswandel bei den Ermittlern führten. Denn lange hatten sich die Hannoveraner Staatsanwälte gegen Ermittlungen gesperrt und hatten scharfe Kritik dafür geerntet. Offenbar führte eine Durchsuchung im Bundespräsidialamt im Büro des Wulff-Vertrauten und Sprechers Glaeseker zu neuen Erkenntnissen, besonders das Verhältnis Wulffs zum Filmunternehmer David Groenewold scheint im Zentrum der Ermittlungen zu stehen.
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