Konservativ gegen liberal:
Katholische Priesterschaft steht offenbar vor der Spaltung

Neben ihrem "Aufruf zum Ungehorsam" fordern die Reformpriester eine "Erneuerung der Kirche" durch einen anderen Umgang mit Homosexuellen, Geschiedenen und dem Zölibat. Die konservativen Priester werfen ihren Amtsbrüdern deshalb vor, sie seien "auf dem Weg, sich eine eigene Kirche aufzubauen". Bei dem Streit zwischen Reformern und Konservativen handle es sich "faktisch um ein Schisma im deutschsprachigen Raum, das sich unter den Augen der Bischöfe längst vollzogen hat", klagt ein Netzwerk-Sprecher. In einer gemeinsamen Erklärung von Priestern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz fordert das Netzwerk ein "entschiedenes Einschreiten der Bischöfe" gegen die "zweifelhaften Reformbemühungen" der liberalen Pfarrerinitiative, die dem Kurs von Papst und Kirche widersprächen. Vom Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, dem Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, erwartet das Netzwerk katholischer Priester Konsequenzen gegenüber den Reformern: "Wer sich weiterhin aufs Zuschauen verlegt, versündigt sich an der Einheit der Kirche."
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