Neues Online-Projekt:
FuturZwei. Wir fangen schon mal mit der Nachhaltigkeit an.

Mit dem Forum FuturZwei will Sozialhistoriker Harald Welzer jeden Einzelnen motivieren, von der „rücksichtslosen Wachstumsideologie“ abzukommen, indem er eine Vielzahl von Beiträgen, Fun Facts oder Kurzfilmen online stellt. FuturZwei, das heißt, eine Welt, in der auch Kindeskinder noch beruhigt und glücklich leben können. Dieser Schritt wird nicht von der Politik vorgegeben. Die Bürger müssen Mut bekommen. Und den soll jeder bekommen, der auf der Seite surft, nachdem er auf „Ja. Ich mach’s“ geklickt hat. Denn „reine Konsumhaltung ist das nicht“.
FuturZwei. Wir fangen schon mal an.
Welzer machte sich durch die Erforschung von Motiven der NS-Mörder bekannt. Durch die steigende Ressourcenknappheit begann er jedoch, sich von den unumkehrbaren Verbrechen der Vergangenheit abzuwenden und sich der Zukunft zu widmen. Der Historiker möchte klar machen, dass es zu nichts führt, den Schwarzen Peter von A nach B zu schieben. „Eine andere, zukunftsfähige Kultur des Lebens und Wirtschaftens entsteht nicht durch wissenschaftliche Erkenntnisse oder moralische Appelle. Sie wird in unterschiedlichen Laboren der Zivilgesellschaft vorgelebt und ausprobiert“, schreibt er auf FuturZwei.org. Wie gehnau das vorgelebt wird, sollen Berichte über laufende Projekte und Unternehmen zeigen und so ermutigen.
Anfänge zeigen – Beispiele nehmen
Anfänge in Richtung zukunftsfähiger Lebensstile in der Gesellschaft machen beispielsweise verantwortungsbewusste Unternehmer, kreative Schulleitungen, Bürgerinitiativen oder studentische Start-ups. Und diese Anfänge macht FuturZwei sichtbar und politisch wirksam. Über sie kann man überall auf dem Portal lesen und sich gegebenenfalls eine Scheibe abschneiden.
Auch das 21. Jahrhundert braucht Visionen
Visionen von gerechteren Lebensstilen sind nötig, einfach, um zu sehen, wie es vielleicht klingen könnte. FuturZwei teilt sich – bis jetzt – in sechs Bereiche auf. „Hirni-Fragen“ zeigen in kurzen Filmbeiträgen, warum beispielsweise Arbeitslosengeldempfänger, die sich gezwungen sehen, bei Großhandelsketten mit weniger gerechten Arbeitsverhältnissen einzukaufen, letztendlich sogar ökologisch nachhaltiger leben, als die wohlmeinenden Besserverdienenden. In der zweiten Folge – ab 23. März online – geht es um „die Chinesen“. Vorurteile und falsche Annahmen eines ökologisch nachhaltigen Lebensstils sollen so ausgelöscht beziehungsweise berichtigt werden.
Welch schöne Welt
In der Rubrik „Schöne Welt“ tummeln sich, zum Teil sarkastische Beiträge in einer Slide-Show. Eine Vielzahl von Zitaten aus der Presse verdeutlicht, wie widersprüchlich – und zum Teil absurd – manche Handlungen in der heutigen Welt eigentlich sind. Beispielsweise wurden für die Bundesgartenshow 2012 in Hamburg über 2.000 Bäume gefällt, „damit die Welt ein Stückchen grüner und schöner“ wird. Durch die Auswahl bestimmter Zitate oder Fakten wird schon beim Lesen deutlich, wie irrwitzig manche Entscheidungen sind, und dass diese eigentlich so gar nicht sinnvoll sind.
Was ihre Eltern alles falsch machen, erzählen Jugendliche im Bereich „Vorfahren“. In kurzen Interviews sagen Teenager, was sie am ökologisch nicht nachhaltigem Verhalten ihrer Vorfahren stört, beispielsweise auch kürzeste Wege mit dem Auto zurückzulegen. So mancher Zuhörer erkennt sich womöglich wieder. Wenn falsches Verhalten auch der jüngeren Generation klar wird, wieso dann nicht ihren Eltern?
Nachrichten aus einer fernen Welt
Wie die Tagesschau klingen könnte, wenn jeder sein Verhalten ein Stückchen ändern würde, zeigt „20:32 – Nachrichten aus der Wirklichkeit“. Der Nachrichtensprecher kommt aus einer Welt, die der Erde sehr ähnlich ist, aber nicht ganz so viel Mist gebaut hat. Die fiktiven Meldungen berichten über gerechtes und besseres Verhalten der Politiker: faire Reaktionen auf egoistisches Verhalten und Entscheidungen, die eine nachhaltige und bessere Welt förden. Dies soll möglicherweise einen einfachen Motivator darstellen, Hoffnung geben und Inspiration schaffen, wie das Leben noch sein könnte in einer besseren Welt.
Zukunftsarchiv – ein Stückchen Hoffnung
Die vielleicht motivierendste Sparte ist das „Zukunftsarchiv“. Hier wird gezeigt, wie solche Visionen ganz handfest in Wirklichkeit verwandelt werden – und zwar jetzt. Geschichten und Meldungen von Unternehmen, die bereits vor dem Jahr 2012 einen bewussten Schritt in die Richtung „Bessere Welt“ gegangen sind. „Zur Nachahmung empfohlen!“ Von Radioprojekten über Bürgerinitiativen hin zu Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die einen großen Schritt gegangen sind. Diese Geschichten sollen auch anderen Mut machen.
Kein Netzwerk und keine Community
FuturZwei ist eine gemeinnützige Stiftung, die ihre Mittel für das Projekt einer zukunftsfähigen, „enkel-tauglichen Gesellschaft“ einsetzt. Das Portal des neunköpfige Teams um Harald Welzer wird von einem mittelständischen Ehepaar finanziert. Dieter Paulmann konnte eine selbst-aufgezogene Agentur mit guten Gewinn verkaufen. Einen Teil davon möchten er und seine Frau sinnvoll der Welt zurückgeben.
FuturZwei soll ein Forum werden für Nachrichten, Motivation für Jung und Alt und möchte zeigen, wie Ökonomie, menschenwürdige Arbeitsverhältnisse und Ökologie miteinander einhergehen können. Die Seite soll Mut machen und helfen, Wissen über ökologische Nachhaltigkeit zu verbreiten. FuturZwei soll ein großer, wachsender Schritt in die richtige Richtung sein.
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