Wochenblatt
16.09.2012 Deutschland

Jahreszeiten

Forscher finden heraus: Den besten Sex hat man im Herbst!


Jede Jahreszeit hat so ihre Eigenheiten, die sich auf das Gemüt und den Hormonhaushalt der Menschen schlagen. Was die Welt am Sonntag nun berichtet, überrascht doch: Angeblich ist der Herbst die Jahreszeit, in der man den besten Sex hat!

„Die Angst vor dem trüben Herbst ist völlig unberechtigt. Denn jetzt beginnt für Paare die beste Zeit für echte Romantik, tiefe Gefühle – und Sex.“, schreibt die Welt am Sonntag. Als Zeugen bieten die WamS-Autoren dann auch noch Wissenschaftler auf, die genau diese These untermauern!

Till Roenneberg, Professor am Institut für Medizinische Psychologie der Ludwig-Maximilians-Universität in München, macht sich als „Chronobiologe“ gedanken daürber, wie Tages- und Jahreszeiten sich auf das Gemüt des Menschen auswirken. Er hat die Daten von Menschen aus 166 Ländern untersucht, um signifikante Abhängigkeiten vom jeweils vorherrschenden Klima und der Jahreszeit aufzudecken.

Klar, dass der Winter aufs Gemüt drückt: Man schläft im Schnitt 20 Minuten länger, isst mehr und nimmt dementsprechend zu. Der Mensch legt sich ein Polster an.

Am wechselhaftesten ist demgegenüber das Frühjahr: Die meisten Selbstmorde stehen Hochgefühlen gegenüber, die man laut dem Wissenschaftler in keiner anderen Jahreszeit statistisch gesehen empfindet. Soweit, so nachvollziehbar. Doch dass der Herbst die Zeit für Romantik und den besten Sex ist, wer hätte das gedacht?

Laut dem Forscher wird im Herbst besonders viel vom Glückshormon Dopamin ausgeschüttet. Während man im Sommer eher zu den leichten Abenteuern tendiert, hat die Liebe im Herbst eine Basis, um von Dauer zu sein. Zudem werden im Herbst die Areale des Gehirns zurück gefahren, die mit Trauer und Angst zu tun haben.

Besonders überraschend: Das männliche Sexualhormon Testosteron erreicht im Herbst ebenso Spitzenwerte wie die Östrogen-Bildung bei Frauen. Jetzt ist Sex also am besten, schlussfolgern Wissenschaftler, zumindest hormonell gesehen.

Je weiter ein Land übrigens vom Äquator entfernt liegt, umso mehr schlagen sich die Wechsel des Wetters und der Jahreszeiten im Gemüt der Menschen nieder. Der Chronobiologe plädiert dafür, in den Jahreszeiten eine Stärke zu sehen, statt genervt zu sein, dass schon wieder Herbst und Winter vor der Tür stehen: „Wir leben in einer Gesellschaft, die danach strebt, immer glücklich zu sein", sagt der Münchner Wissenschaftler. "Wir verstehen nicht, dass in der Zyklizität eine ungeheure Stärke liegt.", sagte er der WamS.
 

Autor: Christian Eckl
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