Sagenhafter Fund:
Forscher entdecken 2.200 Jahre alte Mumie mit Prostatakrebs

Eine Krebs-Erkrankung steht nicht unbedingt im Zusammenhang mit industriellen Faktoren, so die Erkenntnis von Wissenschaftlern der American University Cairo (AUC), nach dem Fund der Mumie. Es handele sich um die Mumie eines Mitte 50 Jahre alten Mannes, welche die Prostata-Erkrankung aufweist. Forscher hatten die 2.200 Jahre alte Mumie mittels Computertomografie durchleuchtet und dabei klitzekleine runde Verletzungen zwischen dem Beckenbereich und der Wirbelsäule entdeckt, wie die britische Daily Mail online berichtet. Diese deuten auf Metastasen hin.
Der Fund
Die namenlose ptolemäische Mumie wird im Nationalen Archäologie-Museum in Lissabon aufbewahrt. Der circa 1,65 Meter (5 Feet und 5 Inches) große Mann lebte schätzungsweise zwischen 285 und 230 vor Christus. Den Wissenschaftlern zufolge war er zum Todeszeitpunkt zwischen 51 und 60 Jahren alt.
Frage nach der Ursache von Prostata-Krebs
Als Auslöser von Prostata-Krebs gelten oft krebserregende Stoffe, die im Industriezeitalter in der Umwelt und in Nahrungsmitteln verbreitet sind. Die Forscher der AUC bestätigen allerdings, dass der Fund der Mumie anderes vermuten lässt. „Die Lebensbedingungen in der Antike waren anders; es gab keine Schadstoffe in der Luft oder modifizierte Lebensmittel, was darauf hinweist, dass die Erkrankung nicht zwangsläufig mit industriellen Faktoren zusammenhängt“, so Salima Ikram, Professorin der Universität.
Die Erkenntnis darüber, ob Umwelteinflüsse oder die Gene die Krankheit auslösen, ist ausschlaggebend für die Forschung. Vor 2.200 Jahren gab es also Prostata-Krebs bereits – weit vor der Industrialisierung. Auch werde es ohnehin immer deutlicher, dass die Gene Ursache für den Krebs seien und nicht die Umwelt-Faktoren. Bereits der Fund des 2.700 Jahre alten Sekeletts eines russischen Königs im Jahr 2007 mit einer Prostata-Krebs-Erkrankung verstärkte diese Annahme.
Krebs-Erkrankung der Mumie
Die Computertomografie der Mumie zeigte, dass die Tumore, die der Mann aufweist, zwischen einem Millimeter und 1,5 Zentimeter groß und zwischen der Wirbelsäule und dem Beckenbereich verteilt sind. Prostata-Krebs tritt zuerst in der Prostata-Drüse auf und breitet sich dann im Beckenbereich aus. Danach erstreckt sich der Krebs über die Lendenwirbelsäule, die Oberarm- und Beinknochen sowie die Rippen, bis letzten Endes der Großteil des Skeletts erreicht ist.
„Dieser Fund beweist, dass es bereits in der Antike Krebs-Erkrankungen gab. Ein Hauptgrund für die wenigen Entdeckungen könnten die geringere Häufigkeit von Krebserregern sein und die kürzere Lebenserwartung“, so Paula Veiga, eine Ägyptologie-Wissenschaftlerin. Des Weiteren sind Computertomografie-Geräte mit einer so hohen Auflösung, dass sie selbst kleinste Tumore zeigen, erst seit 2005 vorhanden. Dies lässt darauf schließen, dass frühere Forschungen mögliche Tumore nicht entdecken konnten
Kommentieren
Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.
Geben Sie bitte folgende Daten an.
Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet, und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben werden! Mit dem Login erklären Sie sich mit den Nutzungsbedingungen einverstanden.
| gewünschter Benutzername: | |
| gewünschtes Passwort: | |
| Wiederholung Passwort: | |
| Email: |
Wie alt ist ein vier jähriges Kind? (Zahl eingeben):





zurück

Hochschule Regensburg

