10.02.2013 Deutschland

Netz

Experten bezeichnen #aufschrei-Twittersturm in Sexismusdebatte als bislang einmalig

Das offizielle Twitter-Logo
Foto: Twitter
Was ein Shitstorm ist, hat sich mittlerweile herumgesprochen: Nutzer pöbeln massenhaft im Netz. Nun rückt eine weitere Protestform ins Rampenlicht: der Twittersturm.

Ein Beispiel: die jüngste Welle zum Thema Sexismus. Die Nachrichtenlawine begann damit, dass die Feministin Anne Wizorek in der Nacht zum 25. Januar einen "Hashtag" namens "#aufschrei" im Kurznachrichtendienst Twitter verwendete. Hashtags sind Schlagwörter mit einem vorangestellten Doppelkreuz. Twitterati verwenden sie, um einzelne Themenstränge auffindbar zu machen. Die Braunschweiger Programmiererin Lena Schimmel wertet den Twittersturm zurzeit mit einer Aktivistengruppe aus. Ihr Datensatz offenbart, dass rund 15.000 Leute #aufschrei vom 25. bis zum 31. Januar 2013 benutzt haben. Insgesamt wurden 49.000 Tweets und mindestens 30.000 Weiterleitungen ("Retweets") verschickt. Ein harter Kern war dabei besonders aktiv: Rund 20 Teilnehmer schickten jeweils über hundert Nachrichten. Nicht alle unterstützten dabei feministische Anliegen, auf Platz sieben der häufigsten Retweets lag der Machospruch: "Meine Frau wollte auch etwas zu #aufschrei twittern. Das WLAN reicht aber nicht bis in die Küche."

 

Die Zahlen machen auch deutlich, dass TV-Shows zum Twittern anregen. "Internet und Fernsehen sind nicht voneinander abgekoppelt, sondern schaukeln sich teils gegenseitig hoch", sagt Matthias Jugel von der Berliner Web-Analysefirma Twimpact: Nach Talkshows zum Thema Sexismus konnte er Aktivitätsspitzen auf Twitter beobachten, mit teils über 60 Tweets pro Minute. Ähnliches kennt er von Serien wie "Tatort" (knapp 20.000 Tweets pro Woche). Doch während die "Tatort"-Stürme jeweils nach drei Tagen verebben, findet er die #aufschrei- Debatte außergewöhnlich hartnäckig. "Die Anzahl der Beiträge ist in der Form bisher in Deutschland einmalig", sagt auch Stefanie Aßmann von der Hamburger Werbeagentur elbkind, die beispielsweise für eine "Wetten, dass ..?"-Sendung gut 30.000 Tweets beobachtet hat.

Autor: Spiegel Vorab
Weitere Nachrichten aus dem selben Ort:

Das könnte Sie auch interessieren

Fußball

Wahnsinn! Jahn-Fans verwüsten auf der Fahrt nach Chemnitz einen Zug!

Noch vor dem Spiel des Jahn beim Chemnitzer FC sorgen Fans für Ärger – doch diesmal sind es nicht die Ostdeutschen, die im Zug marodieren, sondern die Regensburger. Da bleibt die Frage: Wie (a)sozial ist Fußball? mehr ...

mehr Bilder ansehen
Zoll, Zollkontrolle, Gastronomie

Lohn schwarz ausbezahlt

Hauptzollamt Regensburg deckt Sozialbetrug in der Gastronomie auf

Auf Grund von Ermittlungen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamts Regensburg verurteilte das Amtsgericht Regensburg eine Gastronomin aus dem Raum Regensburg zu einer Geldstrafe in Höhe von 18.200,-- Euro. mehr ...

Notarzt

Bahnunfall in Straubing/Ittling

61-Jährige übersieht herankommenden Personenzug

Am Samstagvormittag kollidierte in Ittling ein Personenzug mit einem Pkw. Die Autofahrerin wurde bei dem Crash schwer verletzt. mehr ...

Einbruch, Brechstange, Brecheisen, Einbrecher

Schmuck geklaut

Einbruch in Einfamilienhaus

Am Freitag, 9. Dezember, brach ein bislang unbekannter Täter zwischen 12 und 21 Uhr in ein Einfamilienhaus in der Joseph-Schlicht-Straße in Stephansposching ein. mehr ...

Unfall

B299 bei Garching gesperrt

Kipper voller Kürbisse umgekippt

Ja, ist denn jetzt noch Halloween? mehr ...

mehr Bilder ansehen
Sing

Sing

Die Bühne des eleganten Buster Moon hat schon bessere Tage gesehen. Der Koala will mit einer Casting-Show sein Geschäft retten. Und die Kandidaten haben es in sich: die Maus mit der Glockenstimme, das schüchterne Elefantenmädchen, der Gangster-Gorilla oder Stachelschwein-Punk. Sie alle wollen ihr Leben ändern und vor allem: singen. Dazu stimmen sie Hits aus der Popgeschichte an. Wird Buster Moon einen neuen Star entdecken? mehr ...