21.02.2012 Regensburg
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Staatsoberhaupt aus Mangel:

Ex-CSU-Chef Erwin Huber greift Seehofer wegen Aschermittwochsrede scharf an

Der frühere CSU-Chef Erwin Huber
Foto: pm
Der ehemalige CSU-Vorsitzende Erwin Huber hat auf Facebook seinen Nachfolger Horst Seehofer scharf kritisiert und ihm vorgeworfen, das Amt des Vorsitzenden zu schwächen. Huber spielte damit auf Seehofers Entscheidung an, Edmund Stoiber die Hauptrede auf dem politischen Aschermittwoch halten zu lassen, weil Seehofer derzeit als Staatsoberhaupt fungiert.

Es erinnerte eher an den früheren Ben Hur-Star Charlton Heston, der als Präsident der amerikanischen Waffenvereinigung mit dunkler Stimme ins Mikrofon raunte: „Aus meiner eiskalten, blutigen Hand müsst ihr sie mir nehmen" und ein Gewehr ins Bild hielt. Horst Seehofer aber, er hatte der versammelten CSU beim Passauer Aschermittwochstreffen zugerufen, er werde die Sozialsysteme „bis zur letzten Patrone" verteidigen. Tja, da war Seehofer nur einfacher CSU-Vorsitzender. Jetzt aber ist er nach dem Rücktritt von Bundespräsident Christian Wulff als amtierender Bundesratspräsident auch Staatsoberhaupt. Und da soll er eine bierselige Rede schwingen?

 

Geht schlecht, befand Seehofer – und fragte den in der Partei nach wie vor sehr beliebten Edmund Stoiber, eben jenen, den Erwin Huber und Günther Beckstein einst im kalten Kreuther Winter 2007 gemeuchelt hatten.

 

Die Entscheidung, Stoiber nun die Hauptrede halten zu lassen, stieß derweil auf massive Kritik Erwin Hubers, immerhin Nachfolger Stoibers als CSU-Chef und Vorgänger Seehofers. Auf Facebook machte der Niederbayer aus seinem Herzen keine Mördergrube: „Der politische Aschermittwoch der CSU in Passau ohne Pfeffer und Salz? Undenkbar!
", postete Huber. Und dann der Seitenhieb auf den derzeitigen CSU-Chef: „Seehofer überhöht seine Vertretungsfunktion, und er schwächt damit das Amt des CSU-Vorsitzenden!"

 

Immerhin werfen innerparteiliche Gegner Seehofer oft und gerne vor, er sei ja ohnehin alles nur geworden, weil ein anderer hingeworfen hat. Einst stieg Seehofer wie Phoenix aus der Asche, als nach Lebensmittelskandalen ein neuer CSU-Verbraucherschutzminister in Berlin berufen wurde. Als die CSU nach dem Wahldebakel 2008 händeringend nach einem starken Mann fahndete, kam man auf Seehofer, er wurde CSU-Chef und Ministerpräsident, ohne vom Volk gewählt worden zu sein. Und jetzt ist er auch noch Staatsoberhaupt, wenn auch nur höchstens 30 Tage. 



Autor: Christian Eckl
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