12.02.2012 Regensburg
Artikel versenden Artikel drucken Kommentare ansehen(0)

„Katholiban":

Erzkonservative Piusbrüder kaufen Militärbasis


Foto: Christian Eckl
Die erzkonservative Piusbruderschaft, von Kritikern auch gerne mal „Katholiban“ genannt, haben in Frankreich eine ehemalige Militärbasis gekauft. Natürlich hat ihnen das Gott ermöglicht.

Die erzkonservative Piusbruderschaft hat in Frankreich, traditionell das Land mit den meisten Mitgliedern der Abspaltung von der katholischen Kirche, eine frühere Militärbasis gekauft. Dies deshalb, weil das Internat, das von den Piusbrüdern betrieben wird, offenbar aus allen Nähten platzt. Auf der deutschen Webseite der von Kritikern oftmals wegen ihrer fundamentalistischen Ausrichtung „Katholiban“ genannten Bewegung wird der Kauf mit einem guten Draht der Bruderschaft zu Gott begründet:

 

„Der französische Distrikt dankt dem lieben Gott für seine Vorsehung. Für die Entwicklung des Schulwerkes der Bruderschaft hat er jetzt Teile einer ehemaligen Militärbasis gekauft“, heißt es auf der Seite. Und weiter: „Für die dringende Erweiterung der Schule Saint Michel in Châteauroux, eines der ältesten Internate der Bruderschaft, hat man auf dem Gelände der zwanzig Kilometer entfernten Militärbasis Martinerie eine neue Heimstatt gefunden. Die Kaserne des 517. französischen Transportregiments wurde an die Bruderschaft verkauft.“

 


Erst kürzlich sind die Verhandlungen zwischen dem Vatikan und der Piusbruderschaft faktisch gescheitert. Die Bruderschaft sollte auf Betreiben von Papst Benedikt XVI. hin, der eine Affinität für die Messe im alten Ritus pflegt und offenbar Sympathien für die Bruderschaft hatte, direkt dem Papst unterstellt werden. Im Gegenzug aber sollte sie eine Präambel akzeptieren, die fundamentale Forderungen des Vatikans aufstellte – Glaubensfragen, die auf das Zweite Vaticanum zurück gehen und von den Piusbrüdern akzeptiert hätten werden müssen.

 

Doch die Bruderschaft lehnte dies offenbar ab. Erst kürzlich predigte der deutsche Distriktobere Bischof Bernard Fellay in den USA folgendes: „Oft habe ich in Rom gesagt, ihr wollt uns rauswerfen. Wir sehen, dass es viel leichter für uns wäre, draußen zu sein. Wir würden viele Vorteile haben. Ihr würdet uns viel besser behandeln. Schauen Sie auf die Protestanten, wie sie ihnen die Kirchen öffnen. Für uns werden sie geschlossen.“ Und weiter: „In der Praxis müssen wir aber auf vielen Ebenen nein sagen. Nicht, weil es uns nicht gefällt, sondern weil die Kirche darüber schon gesprochen hat.“

 

Die Piusbruderschaft war in die Schlagzeilen geraten, weil einer ihrer vier von Gründer Marcel Lebvefre geweihten Bischöfe in Zaitzkofen bei Regensburg den Holocaust geleugnet hatte. Zuletzt fanden in Zaitzkofen niedere Weihen statt, bei dem auch Exorzisten (Teufelsaustreiber) geweiht wurden (das Wochenblatt berichtete exklusiv, bundesweit zogen Medien in ihrer Berichterstattung nach).



Autor: Christian Eckl
Kommentare
zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Kommentare ansehenKommentieren

Titel:
Text:
 
(noch Zeichen)
Unregistrierte Nutzer
 
 

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.

Geben Sie bitte folgende Daten an.
Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet, und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben werden! Mit dem Login erklären Sie sich mit den Nutzungsbedingungen einverstanden.

gewünschter Benutzername:
gewünschtes Passwort:
Wiederholung Passwort:
Email:


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviele Nasen hat ein Mensch? (Bitte Zahl eingeben): 


pfeil