18.02.2012 Regensburg
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Papst Benedikt verfügt:

Bistum Regensburg nach 1000 Jahren wieder eine weitere Heilige

Die selige Anna Schäfer wird heilig gesprochen
Foto: Bistum Regensburg
Anlässlich des öffentlichen Konsistoriums am Samstag, 18. Februar, hat Papst Benedikt XVI. vor den Kardinälen den Termin für die Heiligsprechung der seligen Anna Schäffer verkündet. Demnach wird die Zeremonie am Sonntag, 21. Oktober 2012, in Rom stattfinden.

Heilig gesprochen werden sieben Selige der katholischen Kirche, darunter Anna Schäffer aus dem Bistum Regensburg (Dekanat Pförring), die 1999 von Johannes Paul II. in Rom seliggesprochen worden war. Zuletzt war ein Heiliger mit unmittelbarem Bezug zum Bistum Regensburg im Jahr 1931 heilig gesprochen worden: Albert der Große (Albertus magnus), der von 1260 bis 1261 als Bischof von Regensburg segensreich gewirkt hatte.

Das Programm der Feierlichkeiten zur Heiligsprechung sowie Anmeldemöglichkeiten zur Teilnahme der Feier am 21. Oktober werden in den nächsten Wochen über das Bischöfliche Ordinariat Regensburg bekannt gegeben. Der Regensburger Diözesanbischof Dr. Gerhard Ludwig Müller lädt schon jetzt alle Gläubigen zur Teilnahme herzlich ein.

Anna Schäffer wurde am 18. Februar 1882 als Tochter eines Schreiners in Mindelstetten geboren, das heute zum Landkreis Eichstätt gehört. Ihr Wunsch war es, Missionsschwester zu werden. Ein folgenschwerer Unfall am 4. Februar 1901, bei dem sie sich beide Beine in kochender Lauge verbrannte, zerstörte ihre Pläne. Trotz intensiver Bemühungen der Ärzte gelang es nicht, ihre Wunden zu heilen. Schließlich konnte sie das Krankenbett nicht mehr verlassen und wurde zur Frühinvalidin. Zu ihrem schweren Siechtum gesellte sich bittere Armut. Nach vergeblichem inneren Aufbäumen lernte Anna Schäffer Gottes Willen immer tiefer zu erkennen und schließlich sogar freudig zu bejahen.

In Krankheit und Armut sah die junge Frau den liebevollen Anruf Jesu, ihm nachzufolgen. Sie fasste den Entschluss, ihr Leben und ihre Schmerzen Gott als Sühneopfer für die Bekehrung der Sünder anzubieten. Anna Schäffers größte Stärke war nach ihren eigenen Worten die heilige Kommunion. Obwohl selber leidend, tröstete sie auf ihrem Krankenlager Unzählige in Wort und Schrift und versprach ihr Fürbittgebet. Nach 25-jähriger Leidenszeit verschied sie in den Abendstunden des 5. Oktober 1925 mit den Worten: „Jesus, dir leb’ ich“. Der Pilgerstrom derer, die seit dem Tod Anna Schäffers ihr Grab besuchten, findet bis heute kein Ende. Sie ist eine echte Volksheilige.

Anna Schäffer hat in ihrem Leben das Apostolat der Tat mit dem Apostolat des Betens, Leidens und Sühnens in harmonischer Weise verbunden. Darin bestehen ihre Größe und bleibende Bedeutung. Die künftige Heilige zeigt, dass Leid und unheilbare Krankheit im Vertrauen auf Christus angenommen werden können, der selbst ein Leidender geworden ist, um den Menschen in Schmerz und Tod seine göttliche Nähe zu schenken.
 



Autor: pm
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