11.08.2017 Regensburg/Oberpfalz

EU-Förderprojekte, Verkehrsthemen, "Grünes Band"

Zum ersten Mal: Regierungspräsident der Oberpfalz zu Besuch in Karlsbad

Der Regierungspräsident der Oberpfalz, Axel Bartelt, besuchte die Präsidentin der Region Karlsbad, Magr. Jana Vildumetzová
Foto: Regierung der Oberpfalz
Der Oberpfälzer Regierungspräsident Axel Bartelt stattete der neu gewählten Präsidentin der Region Karlsbad, Magr. Jana Vildumetzová, einen Besuch ab.

Es war der erste Besuch eines Regierungspräsidenten aus der Oberpfalz in Karlsbad. Nach der bereits bestehenden langjährigen und guten Partnerschaft mit dem Kraj Pilsen betonte Regierungspräsident Axel Bartelt den Wunsch, auch mit dem Kraj Karlsbad intensiver zusammenzuarbeiten.

 

"Unsere beiden Regionen haben eine über 40 Kilometer lange gemeinsame Grenze. Daher ist es uns ein besonderes Anliegen, erste Kontakte mit unserem Nachbarn zu begründen bzw. bestehende Kontakte auszubauen und bei den uns gemeinsam berührenden Themen wie zum Beispiel Verkehr, Bildung, Naturschutz, Tourismus und EU-Förderprojekte künftig zusammenzuarbeiten." Hier gebe es bereits erste Beispiele gelungener Zusammenarbeit zwischen Karlsbader und Oberpfälzer Institutionen, betonte der Regierungspräsident. Er verwies auf die fünf EU-Förderprojekte*, die erst kürzlich mit Mitteln aus dem EFRE-Fonds der Europäischen Union im Rahmen des Programms zur grenzübergreifenden Zusammenarbeit "Ziel ETZ Freistaat Bayern – Tschechische Republik (INTERREG V-A)" mit einer Gesamtsumme von über 1,5 Millionen Euro gefördert wurden. Die Projekte stammen aus ganz unterschiedlichen Bereichen wie Umweltschutz, Bildung, Kultur und Tourismus. "„Sie spiegeln die große thematische Bandbreite der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit wider", so Regierungspräsident Bartelt.

 

Ein zentrales Thema des Gesprächs bildete auch die Verkehrssituation in Waldsassen. Die direkt durch die Stadt führende Bundesstraße B299 ist eine wichtige Verkehrsverbindung zwischen Deutschland und der Tschechischen Republik. Die positive wirtschaftliche Entwicklung der Grenzregion Waldsassen-Eger (Cheb) führte jedoch zu einem deutlichen Anstieg des Schwerlastverkehrs und einer daraus resultierenden Belastung der Anwohner mit Lärm und Abgasen. Für die zur Entlastung geplante Umgehungsstraße Waldsassen/Kondrau läuft derzeit das Planfeststellungsverfahren bei der Regierung der Oberpfalz. Den Regierungspräsidenten freut besonders, dass zur zeitnahen Entlastung der Bewohnerinnen und Bewohnern vom Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr ein Maßnahmenpaket geschnürt wurde, dessen Umsetzung in einem ersten Bauabschnitt in Kürze beginnen kann. So wird im Rahmen einer umfassenden Sanierung der bestehenden Bundesstraße durch das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach im Ortskern von Waldsassen ein spezieller, lärmarmer Fahrbahnbelag aufgetragen.

 

Grundsätzlich, so waren sich die Präsidentin der Region Karlsbad und der Regierungspräsident einig, solle in Zukunft versucht werden, den reinen LKW-Transit-Verkehr aus den Ortsdurchfahren von Waldsassen und Eger herauszuhalten. Die Behörden in Karlsbad werden deshalb künftig verstärkt auf die Alternativroute über die Bundesstraße B303 und die Autobahn A93 verweisen. Die Strecke in Richtung Weiden, Regensburg und Nürnberg sei nur wenig länger, auch der zeitliche Mehraufwand, der für PKW drei Minuten und für LKW zehn Minuten beträgt, sei verkraftbar.

 

Regierungspräsident Axel Bartelt nutzte seinen Besuch in Karlsbad zudem, um Präsidentin Magr. Jana Vildumetzová für die Idee des sogenannten „Grünen Bandes“ zu gewinnen. Das „Grüne Band“ erstreckt sich entlang des ehemaligen "Eisernen Vorhangs" auf einer Gesamtlänge von mehr als 12.500 Kilometern vom Eismeer an der norwegisch-russischen Grenze, über die Ostseeküste, durch Zentraleuropa und den Balkan bis an das Schwarze Meer. Es bildet den wichtigsten Biotopverbund Europas. "In der Oberpfalz haben wir zwar aktuell noch eine Lücke von ca. 200 Kilometern. Diese soll jedoch laut Ministerratsbeschluss vom April 2017 geschlossen werden", betonte der Regierungspräsident. Das Projekt liege ihm persönlich am Herzen, denn es gehe dabei um ein geschichtsbelastetes Grenzgebiet, das durch das „Grüne Band“ wieder verbunden und für beide Nachbarregionen auf besondere Weise erlebbar gemacht werden solle. „Die Regierung der Oberpfalz erarbeitet gemeinsam mit verschiedenen Interessengruppen eine Machbarkeitsstudie zur Verbesserung des Natur- und Umweltschutzes vor Ort", so Bartelt. "Ich würde mich persönlich sehr freuen, wenn wir in Zukunft mit unseren Karlsbader Nachbarn auch bei den Themen 'Grünes Band‘ und Naturschutz verstärkt zusammenarbeiten und so gemeinsam das Potential unserer Regionen für einen naturnahen und sanften Tourismus noch besser ausschöpfen können."

 

Zum Abschluss lud Regierungspräsident Axel Bartelt die Präsidentin zu einem Gegenbesuch nach Regensburg ein. Präsidentin Magr. Jana Vildumetzová nahm die Einladung gerne an: "Ihre Initiative und Ihr Engagement bedeuten für uns als 'kleinen Nachbarn‘ sehr viel. Ich freue mich, dass unsere beiden Regionen nunmehr in gute nachbarschaftliche Beziehungen treten, um die anstehenden Aufgaben künftig gemeinsam anzugehen."

Autor: Pressemitteilung

Weitere Nachrichten aus dem selben Ort: