Ulrich Weber nach dem Hygieneskandal in seiner Bäckerei:
"Wir kämpfen jetzt um jeden Kunden!"

In einer eiligst einberufenen Pressekonferenz stellte sich der Betriebsinhaber den Medien aus ganz Deutschland, denn im Schatten des Müller-Brot-Skandales war plötzlich auch eine Bäckerei im Landkreis Regensburg für die Medien interessant. Ulrich Weber legte die Karten auf den Tisch und schilderte, dass die Reinigungs- und Sanierungsarbeiten in vollem Gange seien. Am Freitag, 17. Februar, gab das Landratsamt dann die Produktion wieder frei.
Keine Totengräberstimmung
Am vergangenen Montag dann schilderte Weber dem Wochenblatt, was die vergangenen Tage alles so los war in Donaustauf und in seinen Filialen. „Emotionales Chaos“ habe geherrscht, als das Landratsamt den Stopp der Produktion bestimmte. „Doch dann haben alle zusammengehalten, wir haben den Kopf nicht in den Sand gesteckt“, berichtet Weber und lobt seine Mitarbeiter. Totengräberstimmung habe es nicht gegeben, im Gegenteil, alle seien sich einig gewesen, dass jetzt angepackt werden müsse. „Ohne meine Frau und das Team hätten wir das nicht so schnell geschafft“, berichtet Weber. „Wir haben jetzt alles auf den Prüfstand gestellt!“ In den Filialen habe er sein Personal angewiesen, offen mit dem Fall umzugehen. Jeder, der Fragen hatte, bekam bereitwillig Auskunft. In 18 Filialen und der Bäckerei sind 65 Mitarbeiter beschäftigt. „Hier haben wir eine Verantwortung“, so Weber. Deshalb wolle er alles tun, um den Betrieb erhalten zu können. „Wir müssen jetzt das Vertrauen unserer Kunden zurückgewinnen.“
Zuspruch von Kunden
In den vergangenen acht Tagen habe er sehr viel Zuspruch von Kunden bekommen, viele hätten sogar angerufen und erklärt, dass sie weiterhin bei „Biendl & Weber“ einkaufen werden. 95 Prozent der Lieferkunden – also solche Kunden, die regelmäßig eine größere Menge an Backwaren geliefert bekommen – sind geblieben, nur einige wenige haben sich von der Donaustaufer Bäckerei abgewandt.
„Wir müssen jetzt schauen, dass wir das Vertrauen unserer Kunden zurückgewinnen“, so Weber. „Wir liefern beste Qualität und gehen auf die Kundenwünsche ein!“ Das bestätigen auch die vielen Zertifizierungen die die Bäckerei jedes Jahr aufs Neue bei den Brot- und Semmel- sowie den Stollenprüfungen bekommen hat. Daran wollen Weber und sein Team anknüpfen, denn zu keiner Zeit waren Schädlinge mit Lebensmitteln in Berührung gekommen. Alle beanstandeten Mängel – tote Mäuse, Motten und Spinnweben – hätten sich in Nebenräumen befunden. Und der Schimmel, der sich wegen der mangelnden Belüftung gebildet hatte, sei nun von einer Fachfirma entfernt worden. Im Anschluss seien die Räume mit einer lebensmittelechten Substanz ausgenebelt worden.
Erneute Kontrolle am Montag
Bereits am vergangenen Montag waren die Kontrolleure um Dr. Pio Baur wieder vor Ort, um sich von der Sauberkeit der Bäckerei zu überzeugen. Die Kontrolle sei sehr gut verlaufen, das Landratsamt sei „bestens zufrieden“ so Weber. Die Kontrolleure hätten „alles durchgesehen“ und keine zu beanstandende Dinge festgestellt. Ein Schädlingsbefall sei auch nicht mehr gegeben, in keiner der aufgestellten Fallen seien Mehlmotten gefunden worden. Diese Fallen werden nun regelmäßig durch eigenes Personal kontrolliert, in regelmäßigen Abständen kommt zusätzlich eine Fachfirma zur Kontrolle vorbei.
Wie die Kontrollen ablaufen, erklärt Dr. Pio Baur, Chef der Lebensmittelüberwachung am Landratsamt, im Wochenblatt-Interview.
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