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04.07.2012 Endorf/Laaber

Fassungslosigkeit:

Wenn ein Blitzschlag alle Träume zunichte macht


Foto: Ursula Hildebrand
Den 185 engagierten Wehrfrauen und Wehrmännern aus 15 Feuerwehren der Region ist es zu verdanken, dass am vergangenen Samstag die große Katastrophe in Endorf (Gemeinde Laaber) noch einmal abgewendet werden konnte. Der Blitz hatte in eine Scheune im Kirchweg eingeschlagen, weitere Wohnhäuser und auch die Kirche waren in Gefahr.

In der Nacht von Freitag auf Samstag gewitterte es, die Besitzerin des Anwesens war durch das Unwetter wach geworden, auch eine der beiden Töchter konnte wegen des Gewitters nicht mehr schlafen. Dann, es ist etwa 5 Uhr, der große Knall. Was war geschehen?

 

Die Mutter läuft zum Fenster, kann jedoch nichts entdecken, nur die Pferde sehen gebannt in Richtung Scheune. Die Sirene der Feuerwehr Laaber ist zu hören. Noch ahnt die Familie nicht, was sie in den nächsten Stunden erwarten wird. Man geht wieder zu Bett, doch schon klingelt es Sturm an der Tür. Ein Nachbar hat gesehen, wie der Blitz in die Scheune eingeschlagen hat! Es brennt! Schnell werden die Töchter, viereinhalb und acht Jahre alt, aus den Betten geholt, eine Nachbarin nimmt sich der beiden Kinder an. Ein verzweifelter Löschversuch mit dem Gartenschlauch scheitert, die Flammen schlagen bereits viel zu hoch aus der Scheune.

 

Nur wenige Minuten vergehen, doch für die Familie vergeht eine Ewigkeit, bis die Feuerwehr eintrifft. Und dann folgen vier Stunden Schwerstarbeit für die 185 Einsatzkräfte. Es gilt, den gerade erst errichteten Anbau an das Wohngebäude der Familie zu retten. Innen ist er fast fertig, aber noch nicht bewohnt, "Gott sei Dank", sagt die Besitzerin gegenüber dem Wochenblatt.

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Erschwert werden die Arbeiten der Feuerwehr durch die enge Bebauung im Ortskern, die Häuser der Nachbarn sind nahe, auch die Kirche steht nur wenige Meter neben der brennenden Scheune. Es gilt, ein Übergreifen der Flammen auf weitere Gebäude zu verhindern.

 

Die Scheune selbst ist nicht mehr zu retten, der Anbau wird stark in Mitleidenschaft gezogen und auch an einzelnen Gebäuden gibt es weitere Schäden. "Ein Feuer, das aufgrund Funkenfluges am Dach eines benachbarten Gebäudes entstand, wurde durch die umsichtig agierenden Floriansjünger frühzeitig erkannt und konnte gelöscht werden, bevor es sich ausbreiten konnte", so die Polizei Nittendorf. Unmittelbar angrenzende Schuppen fielen den Flammen zum Opfer, durch die starke Hitzeentwicklung gingen mehrere Fensterscheiben zu Bruch. "Die unmittelbar benachbarte Kirche konnte vor größeren Schäden bewahrt werden. Lediglich eine Laterne und die Dachrinne wurden nach derzeitigem Ermittlungsstand beschädigt", so die Polizei.

 

Die Familie, die namentlich nicht genannt werden will, steht unter Schock. Und hier erweist sich ein intaktes Dorfleben als echter Segen, die Nachbarn helfen aus, kümmern sich um Kinder und Pferde. Sie kommen, um mit aufzuräumen, und bieten ihre Hilfe an. Hier kann die Familie nur danke sagen. Und dieser Dank geht auch an die Feuerwehren. "Wir sind selber bei der Feuerwehr", sagt die Besitzerin, "aber wir haben das Ausmaß des Feuers erst gar nicht begriffen. Man steht fassungslos da!" Jetzt geht es daran, den Brandort aufzuräumen, ein Gutachter wird klären müssen, wie hoch der Schaden ist. Von 200.000 Euro ist bisher die Rede, doch was letztlich als Schadenssumme herauskommt, das mag sich heute noch niemand vorstellen.

 

Und um die Pferde, da macht sich die Familie noch ein bisschen Sorgen. Denn diese haben nun ihren Unterschlupf verloren. Daher sucht man nun nach mobilen Weidezelten. Elf Tier brauchen einen Unterstand, das älteste ist 29 Jahre alt und verträgt die Hitze nicht mehr so gut. Wer helfen möchte und Weidezelte zur Verfügung stellen kann, der kann sich unter der Telefonnummer 0160/ 5236089 melden.

Autor: Ursula Hildebrand

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