24.10.2012 Regionales


Weltmarktführer Krones schreibt wegen US-Klage rote Zahlen



Krones-Hauptversammlung in Neutraubling
Foto: Krones



Der Neutraublinger Weltmarktführer Krones AG hat am Mittwoch, 24. Oktober, Zahlen für die ersten drei Quartale veröffentlicht. Das Unternehmen steigerte deutlich den Umsatz und legte hervorragende Umsatzentwicklungen vor. Doch eine Klage in den USA (das Wochenblatt berichtete) hat das Ergebnis in die roten Zahlen gezogen.

Trotz des schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfelds setzte der Weltmarktführer in der Getränkeabfüll- und Verpackungstechnik Krones sein Wachstum im dritten Quartal 2012 fort.


Von Juli bis September stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 9,2 % auf 607,9 Mio. Euro. In den ersten neun Monaten 2012 legte der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 4,6 % auf 1.897,6 Mio. Euro zu.


Auch beim Auftragseingang beschleunigte sich das Wachstum des Unternehmens im dritten Quartal. Mit 639,5 Mio. Euro übertraf der Wert der Bestellungen das Vorjahresniveau um 12,3 %.


Insgesamt kletterte der Auftragseingang in den ersten neun Monaten 2012 im Vergleich zum Vorjahr um 3,9 % auf 1.967,3 Mio. Euro. Zum 30. September 2012 betrug der Auftragsbestand 1.012,1 Mio. Euro (Vorjahr: 987,3 Mio. Euro).


Krones weist für das dritte Quartal 2012 ein Ergebnis vor Steuern (EBT) von minus 13,6 Mio. Euro aus (Vorjahr: plus 14,9 Mio. Euro). Grund hierfür ist, dass das Unternehmen die Rückstellung für US-Rechtsstreitigkeiten erhöhte und deshalb ein außerordentlicher Aufwand von rund 40,6 Mio. Euro anfiel. Das operative EBT, also das um den außerordentlichen Aufwand bereinigte Ergebnis vor Steuern, stieg im dritten Quartal von 14,9 Mio. Euro im Vorjahr auf 27,0 Mio. Euro. In den ersten drei Quartalen 2012 verbesserte sich das operative Ergebnis vor Steuern somit von 84,1 Mio. Euro auf  91,0 Mio. Euro. Inklusive des außerordentlichen Aufwands ging das EBT in den ersten neun Monaten 2012 von 84,1 Mio. Euro im Vorjahr auf 50,4 Mio. Euro zurück. Das Konzernergebnis nach Steuern betrug nach drei Quartalen 36,2 Mio. Euro (Vorjahr: 59,3 Mio. Euro). Das entspricht einem Ergebnis je Aktie von 1,20 Euro (Vorjahr: 1,97 Euro).

 

In den ersten drei Quartalen hat Krones eine gute Basis gelegt, das Wachstumsziel zu erreichen. Das Unternehmen rechnet weiter damit, dass der Umsatz 2012 im Vergleich zum Vorjahr um bis zu 4 % steigt. Weil die zusätzliche Rückstellung für die US-Rechtsstreitigkeiten als außerordentlicher Aufwand das Ergebnis 2012 belastet, wird das Unternehmen das absolute Ergebnisziel nicht erreichen. Das Ergebnis vor Steuern im Verhältnis zum Umsatz wird bei mehr als 3,5 % liegen. Für das operative Ergebnis, also bereinigt um den außerordentlichen Aufwand, hält Krones sein Ziel hingegen aufrecht. Die operative EBT­Marge, also das operative Ergebnis vor Steuern im Verhältnis zum Umsatz, sollte im Gesamtjahr 2012 bei mehr als 5 % liegen.

Im kommenden Geschäftsjahr dürfte sich die weltweite Konjunktur laut Prognose des Internationalen Währungsfonds nicht wesentlich verbessern. Ein großer Unsicherheitsfaktor bleibt die Schuldenkrise, die sich jederzeit weiter verschärfen kann. Krones blickt dennoch verhalten optimistisch in die Zukunft. Mit seinen Produkten und Dienstleistungen ist Krones nahe an den Grundbedürfnissen der Menschen „Essen und Trinken“ und beliefert stabile Kundenbranchen. Auf der Ertragsseite dürften sich die Maßnahmen das „Value“-Programms zunehmend positiv auswirken. Dennoch muss das Unternehmen die Anstrengungen steigern, um ein Umsatzwachstum von 4 % bis 6 % im Jahr 2013 zu erreichen und die EBT­Marge weiter zu verbessern.
 

Autor: ce / pm
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