10.01.2017 Regensburg

Ermittlungen

Vergewaltigung an Neujahr: Polizei sucht nach weiteren sexuell belästigten Frauen

Ein 24-jähriger Asylbewerber hat am Neujahrsmorgen in Kumpfmühl eine Frau (46) sexuell missbraucht. Jetzt hat ein Richter Haftbefehl gegen den Mann aus Pakistan erlassen.
Foto: Eckl
Hat der Asylbewerber, der an Neujahr eine Frau vergewaltigt hat, weitere Frauen sexuell bedrängt? Dieser Frage geht derzeit die Regensburger Kriminalpolizei nach. Die Ermittler veröffentlichten einen Aufruf mit der Bitte an Zeugen, sich zu melden.

Das ist geschehen: Ein 24-jähriger Pakistani wurde am Neujahrsmorgen festgenommen. Zuvor hatte er in der Kumpfmühler Straße gegen 5.40 Uhr eine 46-jährige Frau überfallen und vergewaltigt. Bisher sprach die Polizei von sexuellem Missbrauch, doch Polizeisprecher Stefan Hartl macht auf Nachfrage klar: „Der Mann ist in den Körper der Frau gewaltsam eingedrungen“, es habe sich also um eine Vergewaltigung gehandelt.


Nach Angaben der Polizei war die Frau so früh am Morgen auf ihrem Weg zur Arbeitsstätte, dem Altenheim, als sie unvermittelt von dem Mann angefallen wurde. „Das ist ein eher untypischer Fall, denn die meisten Sexualdelikte geschehen im privaten Umfeld, Opfer und Täter kennen sich in den meisten Fällen bereits“, so der Polizeisprecher.
Doch in dem Fall war es offenbar anders. Es wirkt so, als habe der 24-Jährige der Frau aufgelauert, sie war ein Zufallsopfer. Die Polizei ist auch noch sehr zurückhaltend, was die Schilderung des Tatablaufs gegenüber der Öffentlichkeit anbelangt. „Der Tatverdächtige hat weder gegenüber der Polizei, noch beim Haftrichter Angaben gemacht.“ Er hatte sich widerstandslos festnehmen lassen. Der Polizei war es nämlich wenige Minuten nach der Tat gelungen, den Mann zu verhaften. Eine Anwohnerin hatte die Schreie der Frau gehört, als der Mann floh, nahm man ihn fest.


Jetzt rekonstruieren die Ermittler, was der Mann am Silvesterabend getan haben könnte. Dabei könnte er möglicherweise in der Alten Filmbühne im Taubengässchen gewesen sein. „Dort wurde eine Frau von einem Mann, auf den die Beschreibung des Tatverdächtigen passt, begrabscht. Sie hatte sich an einen Mitarbeiter des Lokals gewandt, der den Mann des Lokals verwies.“ Die Polizei sucht nun Frauen, denen sich der Mann an dem Abend auch auf sexuelle Weise genähert haben könnte. „Wir wissen noch nicht, wie viele Frauen sich melden und ob es sich überhaupt um den selben Mann gehandelt hat“, so Hartl. Auch ob der 24-jährige Pakistani allein in Regensburg unterwegs war, oder in einer Gruppe, ist bislang völlig unklar. „Wir wissen auch nicht, wie er nach Regensburg gekommen ist“, so Hartl weiter. Am Tag der Festnahme hat sich die Regensburger Polizei allerdings mit der Ausländerbehörde in München in Verbindung gesetzt, dort bestätigte man, dass der Festgenommene als Asylbewerber in einem Flüchtlingsheim lebt und gemeldet ist.


Übrigens hatte die Regensburger Polizei an Silvester Verstärkung angefordert von der Bereitschaftspolizei Bamberg. „Wir hatten dabei nicht nur die Ereignisse in der Kölner Silvesternacht letztes Jahr im Blick, sondern auch Anschläge wie den am Weihnachtsmarkt in Berlin, aber auch terroristische Anschläge, die es auch in Bayern gegeben hat“, so Hartl weiter. Der Polizeisprecher betont aber: „Dieser Fall hat nach unserer Ansicht nichts mit Silvester zu tun, er hätte auch am 3. oder 4. Januar passieren können.“


Wie der Mann an Silvester überhaupt nach Regensburg gekommen ist, ist zudem unklar. Oft taucht in Sozialen Netzwerken die Frage auf, ob Flüchtlinge kostenlos reisen dürfen. „Nach der ersten Registrierung erhalten Flüchtlinge von den Behörden einen Gutschein. Diesen Gutschein tauschen sie bei uns in einer Fahrkartenausgabe gegen eine Fahrkarte zur Fahrt in die Erstaufnahmeeinrichtung ein“, so ein Sprecher der Bahn. „Für alle weiteren Fahrten müssen Flüchtlinge regulär Fahrkarten kaufen.“ Eine Häufung von Flüchtlingen ohne Tickets könne die Bahn nicht bestätigen.
Betroffene Frauen oder Zeugen, die in der Alten Filmbühne am Silvesterabend sexuelle Übergriffe wahrgenommen haben, sollen sich unter der Rufnummer 0941/ 5062888 bei der Polizei melden.

Autor: Christian Eckl

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