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08.06.2012 Regensburg

U-Haft:

Untreue-Verdacht: Staatsanwaltschaft lässt ehemaligen Regensburger CSU-Stadtrat festnehmen

Reinhold F. beim Neujahresempfang
Foto: ce
Die Staatsanwaltschaft Regensburg hat am Mittwoch, 6. Juni, in den Abendstunden den früheren CSU-Stadtrat und Präsidenten eines großen Sportclubs, Reinhold F., festnehmen lassen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass F. einen unteren sechsstelligen Betrag in seiner Funktion als Betreuer unterschlagen hat.

„Es ist richtig, dass wir den von Ihnen genannten Mann am Mittwoch festnehmen haben lassen", sagt Oberstaatsanwalt Wolfhard Meindl auf Anfrage zu unserer Zeitung am Freitagmorgen, 8. Juni. „Die Staatsanwaltschaft Regensburg hat einen Antrag auf Haftbefehl gestellt und dem wurde stattgegeben."

Seither sitzt ein Mann in Untersuchungshaft, der einst ein wichtiger Akteur des gesellschaftlichen Lebens in Regensburg war. Reinhold F. war bis 2010 Präsident eines Tradionsvereins, bis er im Streit schied. Zudem war F. CSU-Stadtrat bis zur letzten Kommunalwahl 2008, er gehörte dem Schaidinger-Lager an und wurde im Zuge der Machtkämpfe in der Partei schließlich aus dem Mandat gedrängt.

F. wirft die Staatsanwaltschaft vor, im Rahmen seiner Tätigkeit als bestellter Betreuer am Amtsgericht Regensburg mindestens einen Betreuten um einen unteren sechsstelligen Betrag gebracht zu haben. Oberstaatsanwalt Meindl: „Bei der Bestellung eines Betreuers wird zunächst der Aufgabenbereich festgelegt." Dabei gehe es auch darum, ob eine punktuelle oder eine sehr umfassende Betreuung, etwa auch in Sachen Finanzen, erfolgt. „Im konkreten Fall hatte F. als Betreuer sehr umfassende Aufgaben", so der Oberstaatsanwalt.

Dann sei jedoch der Betreute in einen anderen Amtsgerichtsbezirk umgezogen. Daraufhin habe er einen neuen Betreuer erhalten, der die Finanzen seines neuen Schützlings offenbar sehr akribisch prüfte. Dabei seien ihm Unregelmäßigkeiten aufgefallen, so Meindl, die er dem Amtsgericht Regensburg meldete. „Die hat die Sache an die Staatsanwaltschaft weitergegeben", so der Oberstaatsanwalt. Nun gehe man von Veruntreuung aus. F. sitzt seit Mittwoch in Untersuchungshaft – „wegen Verdunkelungsgefahr", so Meindl weiter.
 

Autor: Christian Eckl

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