wahlen
07.09.2012 Regensburg

Medizin

Uni Regensburg prüft Plagiatsverdacht gegen Frau von mutmaßlichen Skandal-Mediziner


Die Universität Regensburg hat bestätigt, dass gegen Manal O. der Verdachts eines Plagiats geprüft wird. Gegen ihren Ehemann Aiman O. wird derzeit von der Staatsanwaltschaft Braunschweig und Regensburg ermittelt, weil er falsche Patientendaten an Eurotransplant übermittelt haben soll.

„Es ist richtig, dass die Promotion von Frau Manal O. an den Ombudsmann für wissenschaftliches Fehlverfhalten zur Überprüfung weiter geleitet wurden", sagte Universitäts-Sprecher Alexander Schlaak am Freitag dieser Zeitung.

Vorausgegangen sei laut Schlaak ein Schreiben, das der Uni im August zur Kenntnis gebracht wurde und das vermeintlich die Unterschrift von Manal O. trug. Darin hatte die Zahnärztin angeboten, ihren Doktortitel zurück zu geben, den sie an der Universität Regensburg unter Prof. Hans Schlitt erworben hatte, der derzeit als Leiter der Viszeralchirurgie beurlaubt ist. Auf Nachfrage beim Rechtsanwalt von Aiman und Manal O. stellte sich heraus, dass das Schreiben nicht echt war, so Schlaak.

Dennoch habe man den Ombudsmann für wissenschaftliches Fehlverhalten informiert, der seinerseits Schritte einleiten kann. „Ob dies geschehen ist, wissen wir nicht, das Verfahren ist geheim", so Schlaak.

Dennoch könne die Medizinische Fakultät ihrerseits aktiv werden, was offenbar geschehen ist. „In den nächsten Tagen wird der Promotionsausschuss zusammen treten und die Arbeit von Frau O. überprüfen", sagte Schlaak dieser Zeitung am Freitag.

Aiman O. wird vorgeworfen, in 23 Fällen zwischen 2008 und 2010 falsche Daten an Eurotransplant gemeldet und damit Spenderorgane für seine Patienten widerrechtlich beschafft zu haben. Zudem soll er in ebenfalls 23 Fällen zwischen 2006 und 2008 an der Uni Regensburg ebenso falsche Angaben getätigt haben. Bereits im April 2005 war aufgeflogen, dass O. eine Spenderleber, die für Regensburg bestimmt war, nach Jordanien geschafft hatte. Mangels rechtlicher Grundlagen führte dies damals nicht zu einer Verurteilung, auch ein Ordnungswidrigkeitsverfahren war eingestellt worden. 

 

Die Universität hat derweil eine Stellungnahme veröffentlicht. Diese lautet:

 

„Am 7. August 2012 ist bei der Fakultät für Medizin ein Schreiben (datiert auf den 4. August) eingegangen, in dem vermeintlich Frau Dr. Manal O. anbietet, ihren Doktorgrad zurückzugeben, um etwaigen Plagiatsvorwürfen zuvorzukommen. Das Schreiben ist nach Auskunft des Rechtsanwalts des Ehepaares O. eine Fälschung. Zudem ist eine solche Rückgabe des Doktortitels verfahrenstechnisch nicht möglich.

Die Fakultät für Medizin hat umgehend reagiert: So wurden eine Sachstandsklärung veranlasst und am 8. August die Universitätsleitung und der Ombudsmann für wissenschaftliches Fehlverhalten über die Inhalte des Schreibens informiert. Eine Prüfung der Arbeiten findet derzeit statt, ist aber noch nicht abgeschlossen. Die Universität klärt die Angelegenheit zügig und wissenschaftlich auf. Der Ombudsmann leitet den Sachstand an die Kommission zur Untersuchung von Vorwürfen wissenschaftlichen Fehlverhaltens der Universität Regensburg weiter.

Die Universität Regensburg stellt ausdrücklich fest, dass es sich bei der Prüfung der Arbeiten des Ehepaares O. um ein laufendes internes Verfahren handelt. Weitere Angaben zum Stand des Verfahrens werden derzeit nicht gemacht.“

Autor: Christian Eckl

Weitere Nachrichten aus dem selben Ort: