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21.12.2012 Regensburg

Promotion

Uni Regensburg erkennt Frau von Skandal-Arzt Doktortitel ab


Die Universität Regensburg hat der Frau des Organtransplanteurs Aiman O. den Doktortitel aberkennt. Die Arbeit sei eine "Täuschung", sagte ein Sprecher.

Die Universität Regensburg hat der Frau des mutmaßlichen Skandal-Arztes Aiman O. den Doktortitel aberkannt. Das bestätigte Uni-Sprecher Alexander Schlaak am Freitag, 21. Dezember. Wie das Wochenblatt berichtet hatte, wurde nach einem schriftlichen Hinweis auf die Promotion der Zahnärztin ein Verfahren eingeleitet, das nun zu einem Abschluss gebracht wurde.

 

Vorausgegangen sei laut Schlaak ein Schreiben, das der Uni im August zur Kenntnis gebracht wurde und das vermeintlich die Unterschrift von Manal O. trug. Darin hatte die Zahnärztin angeboten, ihren Doktortitel zurück zu geben, den sie an der Universität Regensburg unter Prof. Hans Schlitt erworben hatte. Schlitt war beurlaubt worden, ist aber zwischenzeitlich vollständig rehabilitiert und nach Informationen des Wochenblattes auch bereits wieder im Dienst. Das Schreiben stellte sich im Nachhinein als falsch heraus. Die äußerts dünne Promotion, die kaum 20 Seiten im Kerntext umfasste, war in weiten Teilen deckungsgleich mit der Arbeit ihres Ehemannes, Aiman O..

 

Aiman O. wird derzeit vorgeworfen, in 23 Fällen zwischen 2008 und 2010 falsche Daten an Eurotransplant gemeldet und damit Spenderorgane für seine Patienten widerrechtlich beschafft zu haben. Zudem soll er in ebenfalls 46 Fällen zwischen 2006 und 2008 an der Uni Regensburg ebenso falsche Angaben getätigt haben. Bereits im April 2005 war aufgeflogen, dass O. eine Spenderleber, die für Regensburg bestimmt war, nach Jordanien geschafft hatte. Mangels rechtlicher Grundlagen führte dies damals nicht zu einer Verurteilung, auch ein Ordnungswidrigkeitsverfahren war eingestellt worden. 

Autor: Christian Eckl

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