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29.08.2012 Regensburg

Krass

Süßer Hund in Pizzeria von Betonsäule erschlagen! Wirt: „Kleinigkeit!"

Der Tierarzt konnte am Samstag nur noch den Tod von »Lady« feststellen. Sie wurde von der Säule erschlagen.	Fotos: privat
Foto: privat
Was, wenn ein Kind davor gestanden hätte?  Der dreijährige Australian Shepherd „Lady“ wurde am Samstag in einer Pizzeria erschlagen von einem losem Betonpfosten. Der Wirt sagte dem Wochenblatt lapidar: „Das ist nur eine Kleinigkeit!" Die Polizei kann auch nichts tun – ein Hund ist eine Sache.

Lady, eine Hundedame der Rasse Australian Shepherd, wurde nur drei Jahre alt. Am Samstag starb sie in einer Lache aus Blut in einem italienischen Restaurant an der Hauptstraße in Zeitlarn. Erschlagen von einem Betonpfosten, der umfiel. Ein kurzes Hundeleben, eine tragische Geschichte – doch den Wirt des Restaurants interessiert der tote Hund nicht. Ann-Katrin Schrepfer ist noch immer sichtlich erschüttert, als sie am Montag Bilder des schrecklichen Ereignisses in die Wochenblatt-Redaktion bringt. Die Bilder und ein Video von ihrem iPhone zeigen die Blutlache, den erschlagenen Hund und ihren Tierarzt, der nur noch den Tod des Hundes feststellen konnte. Doch wie war das alles geschehen?

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Der Hundebesitzer, mit dem Frau Schrepfer zusammen „Lady“ gehalten hatte, war mit ihr zum Essen beim Italiener verabredet. „Wir gingen da so gerne hin, weil das Essen so gut war“, sagt Frau Schrepfer mit zittriger Stimme. Sie war noch nicht angekommen, als der Hundebesitzer sich einen Platz auf der Terrasse des Zeitlarner Restaurants suchte. „Dabei ist er an eine Betonsäule gekommen, er glaubt, mit dem Ellbogen – plötzlich fiel sie um und erschlug unsere Lady!“ Die Regensburgerin wird wütend: „Stellen Sie sich vor, wenn da ein kleines Kind drunter gestanden hätte!“


Als sie in dem Lokal ankommt, gibt Lady keinen Mucks mehr von sich. Sie alarmiert ihren Tierarzt Dr. Gilbert Fehle aus Schwetzendorf, der vorbei kommt und nur noch den toten Körper bergen kann. „Der hat schon viel gesehen, aber da wurde sogar ihm schlecht“, sagt Schrepfer heute. Auch den anderen Gästen sei die Pizza noch im Halse stecken geblieben, schildert die Regensburgerin.

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Die Hundebesitzerin hatte sich zunächst an die Polizei gewandt, wollte Strafanzeige erstatten. „Dort sagte man mir, es handelt sich um eine Sache und es gibt keine vorsätzliche Sachbeschädigung, also kann man auch nichts machen.“ Jetzt hofft Schrepfer auf das Gewerbeaufsichtsamt, „denn es kann doch nicht sein, dass so etwas passiert und keiner tut etwas dagegen!“


Selbstverständlich haben wir auch beim Wirt nachgefragt, was er zu der Sache sagt und ob sie zu verhindern gewesen wäre. „Das war doch nur eine Kleinigkeit!“, schnaubte er ins Telefon, und weiter: „Über eine Kleinigkeit schreibt man nichts in die Zeitung!“ Reue sieht anders aus.


Ann-Katrin Schrepfer hat genau dokumentiert, wie die Betonsäule befestigt war: „Da sind nur zwei Kabel, da ist nichts, was die Säule hält“, das zeigen auch ihre Bilder. Sie hat ein Wort dafür: „Gefährlich!“

 

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Autor: Christian Eckl

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