So verwundert es nicht, dass die Menschen Angst hatten vor unkontrollierbaren Gefahren. Hoffnung und Trost spendete die mächtige Kirche, die aber gleichzeitig mit strengen Regeln die Menschen kontrollierte. Die Stadtmaus-Erlebnisführung "Sünder, Seuchen, Seelenheil" beleuchtet die Zwänge des irdischen Lebens und mit welchem Einfallsreichtum die Menschen sie umgingen, denn: Reichtum auf Erden war zu keiner Zeit eine Garantie für das Seelenheil im Jenseits.
Seelenheil trotz Sünde
Zu den schwersten Sünden zählten die "Sünden des Fleisches" und die "Sünden des Geldes". Allerdings gab es für jeden Sünder Hoffnung, denn unter bestimmten Voraussetzungen konnte Gott Sünden vergeben: Der Sünder musste beichten, Reue bekunden und Buße tun. Bußbücher regelten, welche Buße für welche Art von Sünde geleistet werden musste. So stand zum Beispiel auf Wucher drei Jahre Fasten bei Wasser und Brot.
Mietpilger und Mietbüßer
Man musste die Buße nicht unbedingt selbst ableisten: Ein Mietbüßer übernahm die Bußleistung gegen eine Geldzahlung. Durch die Bezahlung war der Mietbüßer von der täglichen Last des Broterwerbs befreit und konnte so die Buße übernehmen. Als Mietbüßer konnte man auch mehreren Auftraggebern gleichzeitig zur Verfügung stehen. Wenn ein Bürger für drei Wochen auf Fleisch, ein anderer Bürger für drei Wochen auf Wein verzichten musste, dann nahm der Mietbüßer einfach drei Wochen weder Wein noch Fleisch zu sich und leistete somit beide Bußwerke ab.
Mehr über "Sünder, Seuchen, Seelenheil" erfährt man noch bis zum 28. April immer freitags und samstags um 19 Uhr in der Stadtmaus-Erlebnisführung, telefonisch unter der Nummer 0941/ 230360-0 oder auch im Internet unter www.stadtmaus.de.
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