16.02.2012 Regensburg
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Mautverweigerer unterwegs

Brummis ignorieren Sperre auf der B8

Brummi B 8
Foto: Reisenauer
Von regem Mautverweigerer-Verkehr auf der B8 berichtet Konrad Mundt aus Pfatter in einem Schreiben an das Wochenblatt.

 

Obwohl die Sperrung für Schwerlaster auf dem Abschnitt zwischen Rosenhof und Schönach nach einem  Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes in Leipzig bereits im Dezember 2011 wieder aktiviert wurde (das Wochenblatt berichtete), seien immer noch viele Brummis unterwegs.
Als er kürzlich den Fahrer eines Schwerlasters mit Rosenheimer Kennzeichen auf einem wilden Parkplatz an der B8 gefragt  habe, warum er nicht die Autobahn benutze, habe dieser forsch geantwortet, „weil ich im Supermarkt einkaufen wollte“. „Wenn das ein Grund ist die Sperre auf der B8 zu ignorieren, dann gute Nacht, Verkehrsberuhigung“, bedauert Mundt. Die Drohung mit einer Anzeige wegen des verbotenen Durchgangsverkehrs sei wirkungslos verpufft. Es sei auch wenig hilfreich, wenn die Polizei  bei Geisling Laster kontrolliert und die aus Straubing anrollenden Mautverweigerer in Sichtweite flugs in Richtung Autobahnausfahrt Wörth abbiegen.  „Die Staatsstraße Pfatter-Wörth ist bald nur noch Bröselschmarrn und die Donaubrücke wackelt unter dem  verbotenen Schwerverkehr. Wir müssen dafür aufkommen“, gibt der Wochenblatt-Leser zu bedenken.
 
„Von den Gemeinden wurde dem Landratsamt mitgeteilt, dass sich der Schwerlastverkehr vermindert hat“, teilt Landratsamtssprecher Markus Roth auf Anfrage des Wochenblattes mit, räumt aber ein, dass die Zahl der  Mautflüchtlinge gegenüber dem ersten Inkrafttreten der Sperre zugenommen habe. Das sei bei Polizeikontrollen festgestellt worden. Genaue Daten dazu gibt es laut Polizeisprecher Thomas Plößl aber nicht, da es sich nicht um Schwerpunktkontrollen handelt. Es werde laufend kontrolliert, aber nur im Rahmen des täglichen Dienstes, und da werden die Mautverweigerer nicht erfasst.
 
Auch beim Straßenbauamt Regensburg gibt es noch keine statistischen Zahlen. Ein Zählung sei zwar geplant, sie konnte allerdings noch nicht durchgeführt werden, weil „uns bei dieser Kälte die Akkus zusammenbrechen“, meinte Kurt Schäfer vom Straßenbauamt. 
Der Landesverband Bayerischer Transport- und Logistikunternehmen (LBT) rechnet ohnehin auch nach der Sperre kaum mit einer Verkehrsberuhigung. Laut einem Gutachten dürften weiterhin rund 10.500 Fahrzeuge, davon 1.700 LKW mit einem Gewicht über zwölf Tonnen über die B8 brausen.
 
Es gibt nämlich den so genannten 75 km-Korridor. Durch diesen soll der örtliche Schwerlastverkehr nicht auf die Autobahnen gezwungen werden.  Der Gesetzgeber hat hierfür die Regelung eingeführt, dass innerhalb eines 75-Kilometer-Korridors vom ersten Beladeort kein Durchgangsverkehr vorliegt und somit kein Mautausweichverkehr. Dies bedeutet, dass Schwerlastverkehr, der zum Beispiel in Neutraubling belädt und in Straubing entlädt die B8 benutzen darf. Sollte er in Neutraubling beladen und in Rosenheim entladen, muss dieser ab Rosenhof die Autobahn benutzen, weil er den 75-Kilometer-Korridor verlässt.
Dies zu überprüfen, ist nicht einfach. Es sei auch im Interesse des Landratsamts, wenn die Einhaltung der Mautsperre auf der B8 überwacht wird, schließlich habe sich der Landrat lange Zeit dafür eingesetzt, dass die Mautsperre dort wieder in Kraft gesetzt wird, erklärt der Landratsamtssprecher. „Wir werden dieses Thema  im Rahmen des jährlichen Sicherheitsgesprächs mit der Polizei erneut erörtern“, verspricht Roth. 


Autor: Josef Reisenauer
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