17.03.2017 Regensburg

Reformation in Regensburg

Sonderausstellung: Münze erinnert an Reformationsaltar von Michael Ostendorfer

Kulturreferent Klemens Unger und Reinhardt Ermer von "Noble House, Medaillen und Kunst" präsentieren die Ostendorfer-Münze
Foto: Stadt Regensburg, Peter Ferstl
Anlässlich des 475-jährigen Jubiläums der Reformation in Regensburg hat das Kulturreferat eine Münze entwerfen lassen, die an Michael Ostendorfer erinnert. Kulturreferent Klemens Unger und Reinhardt Ermer von "Noble House, Medaillen und Kunst" präsentierten diese Münze am 15. März 2017 der Öffentlichkeit.

Der Reformationsaltar von Michael Ostendorfer in der Neupfarrkirche ist ein einmaliges Zeugnis protestantischer Bildtheologie. Er symbolisiert die Tatsache, dass in dieser Zeit die protestantische Theologie in Regensburg Fuß fassen konnte. Gleichzeitig ist er ein kunsthistorisches Kleinod, das bis heute nichts von seiner Faszination eingebüßt hat.

 

Die Vorderseite der Medaille zeigt das um 1527 entstandene Selbstporträt Michael Ostendorfers aus den Sammlungen des Fürstlichen Hauses Liechtenstein. Wahrscheinlich um das Jahr 1494 geboren verbrachte er seine ersten Lehrjahre in der Werkstatt Albrecht Altdorfers in Regensburg. 1519 wurde er zum ersten Mal in Regensburg als Meister erwähnt. Um das Jahr 1536 verließ der Maler die Freie Reichstadt, um beim Pfalzgrafen Friedrich II. in Neumarkt, ab 1544 in Amberg eine Stelle als Hofmaler anzutreten. 1549 kehrte er nach Regensburg zurück, wo er 1559 nach Jahren der Mühsal und Krankheit starb.

 

Auf der Rückseite der Medaille ist mit Gottvater ein Ausschnitt aus der Mitteltafel des Reformationsaltars aus den Sammlungen der Museen der Stadt Regensburg abgebildet. 1553 beauftragte der Rat der Stadt den Meister mit der Ausfertigung eines mehrteiligen Altarwerks für die Neupfarrkirche. Als Spiritus Rektor der theologischen Aussage gilt der Regensburger Superintendent Nikolaus Gallus. Unter schwierigen Umständen gelang es Michael Ostendorfer, den Flügelaltar als meisterlich erzählte Reformationsgeschichte in den Jahren 1554 bis 1555 fertigzustellen. Der mit viel Liebe zum Detail ausgeführte Altar zieht auch heute noch den Betrachter in seinen Bann und gilt als eines der herausragenden Kunstwerke der Reformationszeit in Deutschland.

 

Erhältlich ist die Silbermedaille zum Preis von 46 Euro an der Kasse des Historischen Museums und der Tourist-Information im Alten Rathaus.

Autor: pm / uh

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