06.11.2013 Regensburg

Rom

Sixtinische Kapelle: Licht aus Regensburg leuchtet das Erbe der Menschheit aus!

Die Sixtinische Kapelle in Rom wird bald mit LEDs aus Regensburg ausgeleuchtet
Foto: Giampaolo Capone Die Sixtinische Kapelle in Rom wird bald mit LEDs aus Regensburg ausgeleuchtet
Osram-LEDs aus dem Werk in Regensburg werden ab Februar 2014 die Sixtinische Kapelle ausleuchten. Den Lichtschalter drückt Papst Franziskus höchstpersönlich.

Strittig ist eigentlich nur, welches Kunstwerk nun das Wichtigere ist: Ist es die Mona Lisa von Leonardo da Vinci, die wirklich jedes kleine Kind kennt? Oder sind es die Malereien an der Decke der Sixtinischen Kapelle, die Michelangelo unter Papst Julius II. malte und unter denen die Päpste gewählt werden? Nun, räumlicher Ausdruck der Genialität des Menschen sind sicherlich die berühmten Fresken, die übrigens nicht alle von Michelangelo stammen. Berühmte Maler wie Botticelli erschufen ein Gesamtbild, das nun wirklich jedes Kind kennt. Besonders berühmt ist jenes Fresko, das Gott zeigt, der Adam mittels einer Berührung seines Fingers den Odem einhaucht. Was das alles mit Regensburg zu tun hat? Eine ganze Menge! Denn im Auftrag des Vatikans in Kooperation mit einem EU-Projekt zur Förderung der Akzeptanz von LED-Beleuchtung strahlt dieses Erbe der Menschheit bald mit Licht aus Regensburg!


Das Wochenblatt sprach mit einem der Koordinatoren des Projektes, Mourad Boulouednine, der noch vergangene Woche in Rom war und dem Leiter der Vatikanischen Museen gesprochen hat. Rund 7.000 LED werden die Sixtinische Kapelle ab kommendem Jahr so homogen ausleuchten, dass die weltberühmten Kunstwerke ideal zur Geltung kommen. Das Farbspektrum wurde auf wissenschaftlicher Basis passgenau an die Farbpigmente der Gemälde, zum Beispiel Michelangelos Fresken, angepasst. Die präzise Lichtlenkung sorgt dafür, dass die Kunst gleichmäßig ausgeleuchtet, der Besucher aber nicht geblendet wird.


Um sicherzustellen, dass das Licht aus derselben Richtung kommt wie das natürliche Tageslicht, werden die Leuchten unsichtbar unterhalb der Fenster installiert. Bislang ist die Kunst aufgrund technologischer und konservatorischer Beschränkungen je nach Tageslichteinfall nur unzureichend zu sehen.


Der Erhalt der Fresken stand im Mittelpunkt
Eine besonders wichtige Rolle bei der Planung des Projektes spielt der konservatorische Aspekt, also die Schonung der Kunstwerke. Die neue LED-Lösung ist deutlich schonender als sämtliche alternative künstliche Beleuchtungen. Die Beleuchtungsstärke von etwa 50 bis 100 Lux sorgt dafür, dass man die Kunst gut erkennen kann (vorher fünf bis zehn Lux) – sie aber möglichst wenig altert.
„Besonderes Highlight für uns ist, dass uns zugesichert wurde, dass Papst Franziskus am 18. Februar selbst der erste sein wird, der die neue Beleuchtung sehen wird“, sagt der Osram-Lichtplaner. Der Papst wird den Lichtschalter drücken und dann einen der berühmtesten Orte der Weltgeschichte mit Licht aus Regensburg ausleuchten. „Der Allererste, der die neue Beleuchtung sehen wird, ist der Papst. Denn es ist seine Kapelle. Die wichtigste Kapelle der Welt“, sagt auch Antonio Paolucci, Direktor der Vatikanischen Museen. „Nach der Sixtinischen Kapelle sollen Raffaels Werke von LED beleuchtet werden. Ziel muss sein, die gesamten Vatikanischen Museen umzurüsten.“ Die wichtigsten Kunstwerke der Welt werden also mit Technik aus Regensburg beleuchtet.


Im Februar findet das Fest „Kathedra Petri“ statt. Traditionell ein gerne genommener Termin, um ein Konsistorium einzuberufen und neue Kardinäle zu kreieren. Einer, der noch auf Kardinalspurpur wartet ist ja der frühere Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller. Manche Dinge fügen sich eben eigentlich ganz gut ...

Autor: Christian Eckl

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